Steinmeiers Mahnung :
Keine Sonderwelt

Klaus-Dieter Frankenberger
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Die deutsche Wirtschaft sollte es mit ihrer Putin-Apologie nicht übertreiben. Außenminister Steinmeiers Mahnung, sich nicht der Illusion hinzugeben, sie lebe in einer Sonderwelt, war überfällig.

Der Vorsitzende des Ostausschusses der Deutschen Wirtschaft, Cordes, fordert die Politik auf, die Ukraine-/Russland-Krise friedlich zu lösen. Welche Politik meint er? Vermutlich meint er die westliche, also auch die deutsche, aber die hat die Krise in Osteuropa nicht vom Zaun gebrochen.

Es war das Vorgehen der russischen Führung auf der Krim, welche die europäische Grundordnung aus dem Gleichgewicht gebracht hat – die Entsendung gut ausgerüsteter Soldaten eingeschlossen.

Und was soll die Mahnung „friedlich“? Hat irgendjemand in Berlin, Brüssel oder Washington mit militärischer Gewalt gegen Russland gedroht?

Dass die Leute aus der Wirtschaft ihren Interessen nachgehen, versteht sich von selbst. Sie halten Russland für einen vielversprechenden Markt; entsprechend ist die deutsche Ausfuhr gewachsen. Aber sie sollten es mit ihrer Putin-Apologie nicht übertreiben; denn damit machen sie langsam das ganze Land lächerlich. Außenminister Steinmeiers Mahnung, die Wirtschaft dürfe sich nicht der – arroganten – Illusion hingeben, sie lebe in einer Sonderwelt, war überfällig.

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