Politische Bücher :
Ulbricht bleibt der Unfassbare

Von
Martin Sabrow
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Auf dem Höhepunkt: Jovial grüßen Lotte und Walter Ulbricht während der Leipziger Herbstmesse 1961.
Auf dem Höhepunkt: Jovial grüßen Lotte und Walter Ulbricht während der Leipziger Herbstmesse 1961.Wolfgang Haut

War der Diktator nur ein williger Erfüllungsgehilfe der sowjetischen Politik, oder gewann er im Laufe der Zeit eigenes Profil? Ein Buch gibt Antworten und hinterlässt Fragen.

Im Herbst 2023 erschien der erste Teil einer Biographie Walter Ulbrichts, der den kommunistischen Berufsrevolutionär der Weimarer Jahre und des Moskauer Exils porträtierte. Der jetzt publizierte zweite Band zeichnet die Lebens- und Wirkungsgeschichte jenes Mannes nach, der nach 1945 wie kein anderer außer seinem Nachfolger Erich Honecker zur Personifikation des zweiten deutschen Staates geworden worden war. Erstaunlicherweise ist Ulbricht bislang von der zeithistorischen Diktaturforschung weitgehend randständig behandelt wurde. Dies zu ändern ist das Anliegen Ilko-Sascha Kowalczuks. Er nimmt seine Leser auf eine biographische Reise mit, die den ostdeutschen Machthaber als Staatsmann por­trätiert, der auf Augenhöhe mit seinem Gegenspieler Konrad Adenauer agierte und in seiner historischen Bedeutung in einer Reihe mit Willy Brandt und Helmut Kohl, wenn nicht gar Hitler zu stellen sei.

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