Michail Chodorkowskis „Briefe“ : Der berühmteste Häftling Russlands

In seinen „Briefen aus dem Gefängnis“ gibt Michail Chodorkowski längst nicht alles über sich preis, was der Adressat gerne über den Geschäftsmann wissen möchte.
Schon als Junge wollte Michail Chodorkowskij angeblich Direktor eines großen Betriebes werden. Er studierte Chemie am renommierten Moskauer Mendelejew-Institut und übernahm dort nach dem Diplom 1986 den Posten des stellvertretenden Sekretärs der kommunistischen Jugendorganisation Komsomol. Es war die Zeit der von Generalsekretär Gorbatschow betriebenen Reformen und wirtschaftlichen Experimente. Für pfiffige, zupackende Leute lag damals das Geld auf der Straße. Der junge Parteifunktionär erkannte die Chancen. Er wurde Geschäftsmann. Seine Position und seine Kontakte nutzend, legte er in nicht einmal zwei Jahren mit Devisengeschäften und der Einfuhr von Computern (und französischem Brandwein) den Grundstein für die Anhäufung eines riesigen Vermögens. Erst der Untergang des Sowjetsystems und die Privatisierung der großen Staatsbetriebe in Russland zu Schleuderpreisen ermöglichten ihm aber den Aufstieg zum Chef und Hauptaktionär eines mächtigen, international tätigen Ölkonzerns. Im Jahr 2004 - wenige Monate nach seiner Festnahme durch ein maskiertes Sonderkommando der russischen Sicherheitskräfte - führte ihn das amerikanische Wirtschaftsmagazin „Forbes“ als reichsten Mann Russlands: „NetWorth“ angeblich 15 Milliarden Dollar.


