Neokonservatismus :
Der verachtete Kontinent

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Ziele neokonservativer Politik: George W. Bush, Donald Rumsfeld und Dick Cheney im Jahr 2006
Ziele neokonservativer Politik: George W. Bush, Donald Rumsfeld und Dick Cheney im Jahr 2006Reuters

Aus der Sicht amerikanischer Neokonservativer ist Europa ein Kontinent im Niedergang. Ein neues Buch zeigt, wie wichtig dieser herablassende Blick für ihre Selbstdefinition ist – und wie sehr ihr Denken noch immer nachwirkt.

Niemand hat das Gefühl, dass Europa die Zukunft ist.“ Diese Worte stammen von David Brooks, einem amerikanischen Journalisten und neokonservativem Kommentator der Neunzigerjahre. Seine Aussage mag Europäer irritieren – wer will schon auf einem Kontinent ohne Zukunft leben –, tatsächlich fügt sie sich ein in die amerikanische Geschichte. Denn seit die ersten Einwanderer in Nordamerika angekommen sind, dient die sogenannte Alte Welt als Projektionsfläche. Manchmal positiv – als Ort der Sehnsucht –, sehr oft aber auch negativ. „Amerika (...) war ein Land von Unschuld, Tugend, Glückseligkeit und Freiheit gegenüber einem Europa aus Laster, Ignoranz, Elend und Tyrannei“, fasst der amerikanische Historiker C. Vann Woodward den amerikanischen Gründungsmythos zusammen.

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