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Nach FBI-Ermittlungen : Anklage gegen sechs russische Hacker

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„Gesucht vom FBI“ steht auf dem Schild, das die Vertreter der amerikanischen Justizbehörde am Montag während der Pressekonferenz präsentieren. Bild: AFP

Die amerikanische Justiz macht mehrere Männer, die Teil des russischen Militärgeheimdienstes sein sollen, für großangelegte Cyberangriffe auf die Olympischen Spiele in Südkorea, auf Krankenhäuser, Parteien und viele weitere Attacken verantwortlich.

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          Es ist fast fünf Jahre her, dass in Teilen der Ukraine der Strom ausfiel und hunderttausende Ukrainer im Dunkeln saßen. Zum ersten Mal hatten Hacker es 2015 geschafft, einen Energieversorger lahmzulegen. Bis dato soll es auch das einzige Mal gewesen sein. Der Cyberangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew, der Erpressungstrojaner „NotPetya“, der Hack von Emmanuel Macrons Partei vor der französischen Präsidentenwahl 2017, die Attacke auf das digitale Backend der Olympischen Spiele in Südkorea 2018: All das und noch viele weitere Cyberangriffe sollen laut amerikanischen Behörden auf das Konto von sechs Hackern des russischen Militärgeheimdienstes GRU gehen.

          Am Montag präsentierte das amerikanische Justizministerium nach Ermittlungen des FBI nun die rund 50-seitige Anklageschrift, die die mutmaßlichen Taten der aktuellen oder ehemaligen russischen Offizieren auflistet. In der Szene sind sie unter Namen wie Telebots, Voodoo Bear und Hades bekannt, alle sollen Teil des „Sandworm“-Kollektivs sein. Der wirtschaftliche Schaden, der aus den Hackangriffen entstanden ist, soll sich insgesamt auf mehrere Milliarden Dollar belaufen. IT-Sicherheitsexperten hatten schon seit langem Hinweise auf russische Geheimdienst-Hacker als Drahtzieher der Attacken präsentiert – es ist jedoch das erste Mal, dass Einzelpersonen im Zusammenhang mit den großangelegten Angriffen benannt werden.

          Von Einflussnahmeversuchen auf die amerikanischen Wahlen 2016 sprechen die Ermittler in der Anklageschrift nicht, obwohl die Einheit der Beschuldigten damals in einen Hackerangriff auf E-Mail-Konten der Demokraten verwickelt war. Stattdessen ist davon die Rede, dass die Cyberattacken den geopolitischen Zielen Russlands dienen sollten. Beispielsweise soll die Gruppe auch versucht haben, die Ermittlungen zum Giftanschlag auf den früheren russischen Spion Sergej Skripal und dessen Tochter in Großbritannien zu behindern. Auch ein deutsches Unternehmen, der Nivea-Hersteller Beiersdorf, war von den Hackerangriffen betroffen: 2017 fiel die IT des Konzerns dem Erpressungstrojaner der „Sandworm“-Gruppe zum Opfer.

          Eine Reaktion aus Russland kam prompt mit klaren Zurückweisungen. Die Vorwürfe gegen sechs russische Bürger, die angeblich GRU-Mitarbeiter gewesen seien, würden nicht belegt, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Parlament, Leonid Sluzki, der Agentur Interfax zufolge. „Die neuen Anschuldigungen wegen einer Cyberattacke mit Ziel der Einmischung sind ein weiterer Schritt der Diskreditierung Moskaus“, kritisierte er. Wie bei ähnlichen Vorwürfen in der Vergangenheit fehle es einmal mehr an „gewichtigen Beweisen“.

          Vertreter des Justizministeriums äußerten sich während der Pressekonferenz nicht dazu, wieso die Anklage genau jetzt – rund zwei Wochen vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl – präsentiert wurde.

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