Muhammad Bin Salman :
Eine neue Sprache

Klaus-Dieter Frankenberger
Ein Kommentar von
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Saudi-Arabiens Kronprinz bei den Vereinten Nationen in New York
Saudi-Arabiens Kronprinz bei den Vereinten Nationen in New YorkReuters

Muhammad Bin Salman räumt in der Nahost-Politik auf und will sogar das Verhältnis zu Israel entkrampfen. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, um zu erkennen, welches Ziel er verfolgt.

Der junge Kronprinz Muhammad Bin Salman krempelt Saudi-Arabien um. Er verordnet Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine Reformtherapie, wie man das in der arabischen Welt so noch nicht erlebt hat, zumindest nicht in einem Land von dieser Bedeutung und Größe. Und jetzt räumt Muhammad auch in der Nahost-Politik auf, schiebt Sperrgut beiseite, an das sich selbst sogenannte moderate arabische Führer nicht herangetraut hatten: Israel habe das Recht auf ein eigenes Territorium, so wie die Palästinenser ein Recht auf ein eigenes Territorium hätten, sagte er in einem langen Gespräch mit der Zeitschrift „The Atlantic“. Natürlich vergaß Muhammad nicht, ein Friedensabkommen anzumahnen. Aber die Anerkennung eines Rechts Israels auf ein eigenes Land – das ist eine neue Sprache. Sie geht über die faktische Anerkennung der Realität hinaus: Im Mai jährt sich die Staatsgründung Israels, auf der Grundlage eines Beschlusses der Vereinten Nationen, zum siebzigsten Mal.

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