Kommentar : Uneuropäisch
Die CDU wirft der FDP wegen ihrer Haltung in der Griechenland-Krise „antieuropäische Tendenzen“ vor. Dabei ist nur wenig so uneuropäisch wie eine von wem auch immer verordnete Einheitsmeinung.
Das größte Kaliber, das im politischen Diskurs Deutschlands aufgefahren werden kann, ist der Vorwurf, rechtsradikale Positionen zu vertreten. Dann aber folgt gleich der Beschuss mit der Kartätsche, „antieuropäisch“ zu sein. Diese Beschuldigung hat nun auch die FDP getroffen, abgefeuert nicht etwa von der Opposition, sondern aus den Reihen des einen Koalitionspartners, der Kanzlerpartei CDU. Sollten sich die „antieuropäischen Tendenzen“ in der FDP fortsetzen, dann müsse die CDU sich deutlich davon abgrenzen, sagte der baden-württembergische CDU-Chef Strobl. Bis hin zum Bruch der Koalition und dem Verlust der Regierungsmacht? Und wie will die CDU es dann eigentlich mit der CSU halten, die derzeit genauso „antieuropäisch“ ist?






