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Kommentar : Geduld am Hindukusch

Vor zehn Jahren begann der jüngste Krieg in Afghanistan. Ein überstürzter Abzug wäre unseren Sicherheitsinteressen abträglich. Verteidigungsminister de Maizière mahnt zu Recht zu strategischer Geduld.

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          Vor zehn Jahren begann der jüngste Krieg in Afghanistan. Noch immer sind dort knapp 150 000 Soldaten im Einsatz, die allermeisten aus Nato-Ländern. Weitere zehn Jahre wird das militärische Engagement nicht mehr dauern, jedenfalls nicht in dieser Größenordnung.

          Die Wähler im Westen sind dieses Krieges überdrüssig - man wundert sich, dass der Einsatz überhaupt so lange durchgehalten werden konnte -, und ein (großer?) Teil der Afghanen empfindet die ausländischen Truppen als Besatzer.

          Es ist der Politik nicht zu verdenken, dass sie das Thema Afghanistan heute weitgehend unter dem Gesichtspunkt von Abzugsterminen behandelt. Aber diese "Nichts wie raus"-Stimmung, die in dosierter Form auch den amerikanischen Präsidenten Obama erfasst hat, ist gefährlich.

          Ein überstürzter Abzug wäre unseren Sicherheitsinteressen abträglich und setzte jene Afghanen einem tödlichen Risiko aus, die am Neuanfang mitgearbeitet haben. Wie düster oder hell die Bilanz auch aussieht: Verteidigungsminister de Maizière mahnt zu Recht zu strategischer Geduld. Er weiß selbst, wie schwer es ist, die zu haben.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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