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Kanzlerin bei Joe Biden : Merkels Vermächtnis

Angela Merkel zu Besuch bei Joe Biden in Washington Bild: dpa

Merkel sagte in Washington, Deutschland und Amerika seien nicht nur Verbündete und Partner, sondern auch Freunde. In der Tat wäre es schön, wenn es so bliebe.

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          Jetzt also hat Angela Merkel ihren mutmaßlich letzten Besuch in Washington als Bundeskanzlerin absolviert. Sie wurde mit Freundlichkeiten, ja Lobpreisungen überhäuft: weil sie in schwieriger Zeit die Fahne westlicher Werte hoch- und an der Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten festgehalten hat. Auch Präsident Biden verneigte sich rhetorisch vor der scheidenden Kanzlerin, dem ersten hohen europäischen Gast, der ihm seine Aufwartung machte. Unter Bidens Vorgänger war das bekanntermaßen anders.

          Aber Donald Trump sitzt nun nicht mehr im Weißen Haus als Abrissbirne westlicher und internationaler Institutionen, sondern der Allianzfreund Biden. Die Zeit, in der das amerikanisch-deutsche Verhältnis nicht zuletzt wegen der schon klinisch auffälligen Rachsucht Trumps schwer gestört war, ist vorüber. Das ist vor allem deshalb gut, weil nun endlich der Blick nach vorn gerichtet werden kann, um, auf einer belastbaren Grundlage des gegenseitigen Vertrauens, „Herausforderungen“ von morgen anzupacken; um Kontroversen offen, aber partnerschaftlich auszutragen; um die großen Aufgaben zu meistern, statt kleinkrämerisch immer nur Exportsalden miteinander zu vergleichen.

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