De Maizière und Gabriel : „Es gibt einen Angstüberschuss“

Sigmar Gabriel und Thomas de Maizière saßen jahrelang am Kabinettstisch von Angela Merkel. Sie fanden das Regieren früher leichter, halten wenig vom Tankrabatt und fordern eine entschiedene Politik, die Kritik aushält.
Herr de Maizière, Herr Gabriel, ist Regieren heute schwieriger als früher?
De Maizière: Ja, es ist viel schwieriger als vor zehn oder zwanzig Jahren. Wir mussten auch Krisen bewältigen: die Finanzkrise, die Flüchtlingskrise, den islamistischen Terrorismus. Aber die Begleitumstände sind härter geworden, vor allem durch die sozialen Medien. Jede Äußerung wird in der Hyper-Empörungs-Skandal-Debattenkultur sofort hochgejazzt. Vor allem wird alles auf die Chefs gezoomt, auf den Kanzler und seine Minister. Von denen wird verlangt, dass sie auch den Kleinkram machen und jederzeit zu allem sprechfähig sind. Das, verbunden mit den ständigen Durchstechereien, führt dazu, dass man kaum noch einen klaren Gedanken äußern kann, ohne dass er sofort zerredet wird.
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