Kommentar zum Reformationstag :
Luther feiern

Reinhard Müller
Ein Kommentar von
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Hannover: Das Lutherdenkmal an der südlichen rechten Seite des Hauptportals der Marktkirche.
Hannover: Das Lutherdenkmal an der südlichen rechten Seite des Hauptportals der Marktkirche.dpa

Auch wenn viele meinen, Luther solle nicht gefeiert werden: Er war groß. Gemessen daran, wer und was heute als wichtig gilt, einer der größten Deutschen. Grund genug für einen Feiertag.

Es hat einerseits ziemlich profane Gründe, warum nun auch Niedersachsen den Reformationstag zum gesetzlichen Feiertag macht: So hat der Norden, im Vergleich zum Süden, aus Sicht der Politik (nicht der Wirtschaft) zu selten frei. Deshalb waren mehr oder weniger feierliche Tage im Gespräch, die unter den Ländern abgestimmt werden mussten – so viel zur gern beschworenen Eigenstaatlichkeit der Länder.

Immerhin aber: Ziel des neuen Feiertags ist nach der niedersächsischen Gesetzesbegründung auch, die „Prägung der Gesellschaft durch die Reformation“ bewusst zu machen. In der Tat, diese Prägung gibt es. Sie strahlt bis heute in die ganze Welt. Sprache, Politik, Bildung, Kunst sind von Martin Luthers Wirken maßgeblich beeinflusst.

Auch wenn er das alles so nicht wusste und wollte, auch wenn er Ansichten seiner Zeit und nicht der heutigen vertrat, auch wenn nun viele betonen, Luther solle auf gar keinen Fall mit dem Reformationstag gefeiert werden: Er war groß. Gemessen daran, wer und was heute als wichtig gilt, einer der größten Deutschen. Grund genug für einen Feiertag.

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