Krise im Erzbistum Köln : Woelki ist kein Opfer

In Köln lässt sich immer deutlicher besichtigen, welche Spuren der Verwüstung Kardinal Woelki hinterlassen hat – in persönlichen wie finanziellen Bilanzen.
Gut zwei Monate sind vergangen, seit nahezu alle Stadt- und Kreisdechanten des Erzbistums Köln einen Brandbrief nach Rom schrieben. Die Geistlichen, die sich in mehr als zwei Jahrzehnten unter Joachim Kardinal Meisner an vieles gewöhnt hatten, brachen mit allem, was sie an Gehorsam versprochen und an Anpassung erbracht hatten.
Mit immer leerer werdenden Kirchenbänken und immer mehr Gesichtern von Katholiken vor Augen, die ihrer Kirche zum Teil nach Jahrzehnten den Rücken kehrten, sprachen sie im Blick auf Meisners Nachfolger Rainer Maria Kardinal Woelki von einem „kaum wiederherstellbaren Glaubwürdigkeits- und Autoritätsverlust“.
Auf den Papst machte der Brandbrief ebensowenig Eindruck wie auf Woelki selbst. Franziskus rettet lieber die Mutter Erde als seine Kirche, der Kölner Kardinal wähnt sich als Opfer finsterer Reformmächte, die ihn wegen seiner Opposition gegen den Synodalen Weg aus dem Weg räumen wollen. Viele, die dem kirchlichen Reformprojekt den Takt schlagen, dürften Woelki in der Tat keine Träne hinterherweinen.
Von Respekt gegenüber Minderheitsmeinungen getragener Streit ist heute genausowenig salonfähig wie zu Zeiten des mit allen disziplinarischen Mitteln exekutierten theologischen Meinungsterrors unter Johannes Paul II. Doch Synodaler Weg hin oder her, Woelki ist kein Opfer. In Köln lässt sich immer deutlicher besichtigen, in wie vielen Bilanzen – persönlichen wie finanziellen – er Spuren der Verwüstung hinterlassen hat. Auf seinem ganz eigenen Weg.






