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Fremdenhass : Starke Zunahme rassistischer Vorfälle in Berlin-Marzahn

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Demonstranten protestieren am 17.November 2014 in Berlin gegen die geplante Aufstellung von Wohncontainern für Flüchtlinge im Stadtteil Marzahn-Hellersdorf. Bild: dpa

Die von Rechtsextremen geschürten Proteste gegen die Aufnahme von Flüchtlingen zeigen Wirkung. Fremdenfeindliche Vorfälle haben im Berliner Bezirk Marzahn stark zugenommen.

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          Im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf ist eine deutliche Zunahme rassistischer Vorfälle registriert worden. Allein im ersten Halbjahr 2015 seien dort 84 rechtsextreme und fremdenfeindliche Vorfälle bekanntgeworden, teilte die Antirassistische Registerstelle an der Alice Salomon Hochschule Berlin am Samstag mit. Dies sei eine Verdopplung der Fallzahlen, im ganzen Jahr 2014 seien dort 85 rassistische Vorfälle erfasst worden.

          Spitzenreiter unter den Ortsteilen sei Marzahn-Mitte, knapp 70 Prozent der registrierten Vorfälle hätten dort stattgefunden, hieß es weiter. Die monatelangen Proteste gegen das Flüchtlingsheim in der Gegend und die Agitation der rechtsextremen „Bürgerbewegung Marzahn-Hellersdorf“ schürten im Bezirk und in der Umgebung des Heims seit mehr als neun Monaten eine Atmosphäre der Angst.

          Allein in den ersten beiden Wochen nach der Eröffnung des Wohnheims am Blumberger Damm sei kaum ein Tag ohne einen Vorfall im Umfeld vergangen, hieß es weiter.

          Nach dem Einzug seien mindestens zwei gewalttätige Angriffe auf Asylsuchende aus dem Heim registriert worden, die bislang nicht öffentlich gemacht worden seien. Die Registerstelle macht vor allem Mitglieder der rechtsextremen „Bürgerbewegung“ für die Vorfälle verantwortlich.

          Trotz der starken Präsenz rechtsextremer Parteien und „Bewegungen“ ist der von DDR-Plattenbauten dominierte Bezirk seit der Wiedervereinigung eine Hochburg der Linken.

          Bei allen Bundestagswahlen seit 1990 stellte erst die PDS und von 2005 an die daraus hervorgegangene Linkspartei dort den direkt gewählten Bundestagsabgeordneten. Erst wurde Gregor Gysi als PDS-Kandidat dort dreimal in Folge direkt in den Bundestag gewählt, seit 2002 vertritt die Vizepräsidentin des Bundestags, Petra Pau, für die Linkspartei die Marzahner Wähler im Parlament.  

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