https://www.faz.net/-gpf-9i52e

Drohnen : Kampf um die Lufthoheit

Der Neuling im Luftraum: Eine Drohne in Frankreich, die von Möwen umkreist wird. In Holland richtet ein Unternehmen sogar ausgewählte Raubvögel ab, um Drohnen aus der Luft zu holen. Bild: AFP

Drohnen stellen Gesetzgeber und Behörden vor neue Schwierigkeiten. Dabei geht es nicht nur darum, wer wie fliegen darf – sondern auch was passiert, wenn Bestimmungen nicht eingehalten werden.

          4 Min.

          Etwa 1000 ausgefallene Flüge und 140.000 im vorweihnachtlichen Verkehr gestrandete Passagiere: Die Sperrung des Londoner Flughafens Gatwick wegen Drohnensichtungen vom Abend des 19. bis zum Morgen des 21. Dezembers hat das logistische Chaos und die kommerziellen Schäden schmerzhaft vor Augen geführt, die sich im Zeitalter der Drohnen mit relativ einfachen Mitteln und ausreichend bösem Willen anrichten lassen. Über die Motive der bislang nicht gefassten Täter kann nur spekuliert werden, möglicherweise handelt es sich um radikale Umweltaktivisten. Vergleichbare Zwischenfälle hat es hierzulande bisher nicht gegeben: Der Verkehr am Flughafen Köln/Bonn wurde im April dieses Jahres zwar ebenfalls für einen kürzeren Zeitraum aufgrund einer Drohne gesperrt, deren Pilot aber offenbar keine böse Absicht hatte.

          Constantin van Lijnden

          Redakteur für Frankfurter Allgemeine Einspruch.

          Da Drohnen zu klein sind, um vom Radar der Fluglotsen erkannt zu werden, schlagen die Piloten selbst Alarm, wenn sie bei Start oder Landung einen Fremdkörper im eigentlich geschützten Luftraum der Flughäfen entdecken. Von Januar bis Ende November 2018 wurden so insgesamt 119 Drohnensichtungen in Flughafennähe bei der Deutschen Flugsicherung gemeldet, die nach dortiger Einschätzung höchstwahrscheinlich auf fahrlässiges Freizeitvergnügen der Drohnenbesitzer zurückgehen. Bei den bislang drei weltweit bestätigten Kollisionen von Drohnen (mit einem Kleinflugzeug, einem Hubschrauber und einem Heißluftballon) kam es zwar nie zu nennenswerten Schäden. In Simulationen und Modellberechnungen haben Forscher aber nachgewiesen, dass Zusammenstöße mit dem Cockpitfenster, den Flügeln oder Turbinen von Passagierflugzeugen oder den Rotoren von Helikoptern bei ungünstigem Verlauf zu schweren Schäden führen können. Das gilt umso mehr, als die Hersteller der angesagten Miniflieger immer leistungsstärkere Modelle entwickeln, die zum Teil Geschwindigkeiten von über 100 Stundenkilometern erreichen oder etliche Kilogramm wiegen können.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Entwicklung Arbeitsmarkt : Es steht Spitz auf Knopf

          Wann kippt der Arbeitsmarkt? Vom Autozulieferer Brose bis zur Deutschen Bank, trotz aller Meldungen über Werksschließungen und Entlassungen werden immer noch mehr neue Stellen geschaffen als alte gestrichen.
          Mario Draghi und seine Nachfolgerin Christine Lagarde.

          Wechsel an der EZB-Spitze : Draghi und die Deutschen

          Nirgendwo ist EZB-Präsident Mario Draghi, der am 31. Oktober abtritt, auf so viel Protest gestoßen wie in Deutschland. Am Ende hat er die Macht der Europäischen Zentralbank überdehnt. Eine Bilanz.