Geschichte und Gefühle : „AfD und BSW betonen die ewige Opferrolle“

Faschismus, Weltkrieg und deutsche Teilung galten lange als abgehakt. Aber in unseren Gefühlen leben sie weiter. Eine Historikerin erklärt, warum das so ist – und wie das Gefühl der Demütigung zur politischen Waffe werden kann.
Frau Frevert, Sie forschen über die Geschichte der Gefühle. Kann man aus Geschichte lernen? Und welche Rolle spielen Gefühle dabei?
Selbstverständlich kann man aus Geschichte und aus Geschichten lernen. Wir tun das jeden Tag, denn wir leben mit erinnerten Vergangenheiten. Sie werden uns erzählt, wir bestaunen sie, wundern uns, distanzieren oder identifizieren uns. Mit dem Erzählen verbinden sich Gefühle, starke oder schwache, positive oder negative, dramatische oder alltägliche. Ob und wie wir Geschichte erinnern und welche Schlüsse wir daraus ziehen, hat viel mit diesen Gefühlen zu tun.
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