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Immer mehr Kirchenaustritte : Ein Priester in der Falle

  • -Aktualisiert am

Immer mehr Menschen verlieren den Glauben – an die katholische Kirche. Bild: Lucas Wahl

Viele Menschen treten aus der katholischen Kirche aus. Was bedeutet das für die Gemeinde? Und was für ihren Pfarrer? Ein österreichischer Priester erzählt von seinem Beruf – und den Erwartungen an ihn.

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          Seit mehr als dreißig Jahren ist Gottfried Klima katholischer Pfarrer, sein halbes Leben lang. Wenn er unter der Woche in seinen beiden Gemeinden am Stadtrand von Wien die Messe feiert, ist das oft ein Zweipersonenstück, in den Hauptrollen er und seine eifrigste Kirchgängerin, eine alte Frau. Hin und wieder sind sie auch zu fünft. Das grenzt dann schon an ein Wunder. Klima findet das schade, obwohl er die Menschen versteht, die mit der Kirche nichts zu tun haben wollen. Gründe dafür gebe es sicher genug, sagt er. Dass Kleriker jahrzehntelang nahezu unbehelligt Kinder sexuell missbrauchen konnten etwa. Oder dass Frauen nicht Priesterinnen werden dürfen.

          Nicht nur in Klimas Sprengeln, überall in Europa wenden sich die Leute von der Kirche ab. Sie lassen ihre Kinder nicht taufen, nehmen nicht am Gemeindeleben teil oder treten ganz aus. Die Kirchenoberen reagieren darauf mit großen Reformplänen. Sie heißen „Pfarreien der Zukunft“ oder „Innere Erneuerung“ und müssen am Ende von den Pfarrern im alltäglichen Kleinklein umgesetzt werden. Zum Beispiel von Klima. Wie geht er damit um?

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