Frankfurter Zeitung 30.07.1915 : Die Schlachten bei Isonzo

Mit der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn vom Mai 1915 erwächst eine neue, bedrohliche Front in Südeuropa. Das Grenzgebiet am Fluss Isonzo entwickelt sich dabei zum Hauptkampffeld. Über die bisherige Entwicklung berichtet die Frankfurter Zeitung am 30. Juli 1915.
Rückblick auf die Kämpfe vom 7. bis 20. Juni. – 30. Juni bis 6. Juli – 18. bis 22. Juli und 22. bis 27. Juli.
Der Krieg zwischen Italien und Oesterreich-Ungarn geht nun schon in den dritten Monat, aber erst seit einer Woche erhält er ein Gesicht mit deutlichen Zügen und läßt die Absichten Italiens, dem aus politischen und strategischen Gründen vorläufig die Offensive zufiel, schärfer erkennen. Die Annahme der ersten Zeit, daß Italien mit gleichen Kräften und mit derselben politisch-militärischen Energie den beiden großen Zielen, um die der Krieg – abgesehen von der Adria – geführt wird, Trient und Triest, zustreben werde, erweist sich als irrig. Die Offensive gegen Triest, die mit einer konzentrischen Bewegung in den nach der Hauptstadt Welschtirols führenden Tälern der Etsch und der Brenta, unterstützt durch die Vorstöße am Stilfser Joch westlich, bei Folgaria und Lavarone südlich und in den Dolomiten östlich eingesetzt hatte, kam bald zum Stillstand.


