Politische Bücher :
Gegen das deutsche Urübel regieren

Von
Heinrich August Winkler
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Konrad Adenauer und John F. Kennedy im Juni 1963 am Checkpoint Charlie in Berlin
Konrad Adenauer und John F. Kennedy im Juni 1963 am Checkpoint Charlie in BerlinUllstein

Wunschdenken hielt Konrad Adenauer für die größte Gefahr der deutschen Außenpolitik. Eine neue Dokumentensammlung belegt dies eindrucksvoll.

Es geschah am Abend des 10. Septembers 1955 im Beethovensaal des Moskauer Bolschoi-Theaters beim Empfang der Sowjetregierung für die von Bundeskanzler Konrad Adenauer geführte Regierungsdelegation aus der Bundesrepublik Deutschland. In der Pause nach dem ersten Akt einer Ballettaufführung von „Romeo und Julia“ legte Nikita Sergejewitsch Chruschtschow, der erste Sekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, in einer Tischrede, unmittelbar an den Bundeskanzler gewandt, eine Art persönliches Glaubensbekenntnis ab. Er sei armer Leute Kind und habe sein Leben lang für den sozialen Fortschritt gekämpft. „Wir wollen, dass der Arbeiter den Lohn seiner Arbeit ungestört verzehre, an den Kulturgütern seiner Nation direkten Anteil habe, an Wohlstand und Zufriedenheit zunehme, das Leben täglich schöner und lebenswerter finde.“ Daraufhin Adenauer: „Dann treten Sie bei uns in die CDU ein!“ Chruschtschow: „Wenn ich es auch wollte, so würden Sie mich ja doch nicht aufnehmen.“ Adenauer: „Doch! Mit diesem Programm gehören Sie zu uns!“

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