EU-Parlament : Nur zweite Wahl?

Die Macht des EU-Parlaments wächst – viele Wähler bleiben misstrauisch. Die Vorstellung, dass die EU dereinst in die Vereinigten Staaten von Europa münden solle, dürfte die Mehrheit verschrecken.
Die Wahlforschung hat die Europawahlen der Vergangenheit als nachrangige oder „Wahlen zweiter Ordnung“ eingestuft: weil die Wahlkämpfe mit nationalen und nicht mit europäischen Themen bestritten wurden; weil die Wahlbeteiligung niedrig war; und weil, damit zusammenhängend, kleine Parteien zum Zuge kamen, die im nationalen Rahmen allenfalls die Rolle einer mal mehr und mal weniger beachteten Opposition spielten. Schon vor fünf Jahren wollen die Forscher eine „Europäisierung“ der Europawahl beobachtet haben. Werden nun, unter dem Eindruck der Staatsschulden- und Wirtschaftskrise, welche der EU und den Bürgern in vielen Ländern schwer zugesetzt und zu gefährlichen Verwerfungen geführt hat, die ersten „wahren“ Europawahlen stattfinden?





