Amerikanischer Kongress : Ein Nominierter, aber keine Einigung
113 Republikaner geben Steve Scalise in einem internen Votum ihre Stimme. Die Anhänger des unterlegenen Kandidaten für den Posten als Sprecher des Repräsentantenhauses stellen sich aber quer.

Als das amerikanische Repräsentantenhaus am Mittwochnachmittag erstmals seit dem Sturz von Sprecher Kevin McCarthy in der vergangenen Woche zusammenkam, war schon klar, dass es sich um eine kurze Sitzung handeln würde. Kurz zuvor hatte der republikanische Fraktionsvorstand verkündet, die Wahl eines Nachfolgers werde sich noch verzögern. Entsprechend wenige Abgeordnete waren im Plenum erschienen. Es folgten das Gebet und der Flaggeneid. Sodann vertagte sich die erste Kongresskammer bis auf Weiteres.
Am Mittag war Steve Scalise, der bisherige Mehrheitsführer der Republikaner in Washington, zwar in einer Kampfabstimmung als Kandidat seiner Partei für den Sprecherposten nominiert worden. Die Lage hatte sich aber gegenüber der Vorwoche kaum verändert. Noch immer ist die Fraktion gespalten. Zu viele Abgeordnete, die zuvor für den Gegenkandidaten Jim Jordan, den Vertreter der Parteirechten, gestimmt hatten, signalisierten, sie würden Scalise in der eigentlichen Abstimmung im Repräsentantenhaus nicht wählen. Ohne Aussicht auf eine Mehrheit im Plenum ließ der Kandidat die Sitzung vorerst vertagen. Der Kongress bleibt weiterhin gelähmt. Da half auch nicht, dass Scalise nach der nachrichtendienstlichen Unterrichtung des Kongresses über die Lage in Israel die mahnende Botschaft verbreitet hatte, man müsse jetzt dringend an die Arbeit gehen.
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