Genforschung : Eine neue Ära?

Für die einen ist es ein „Gotteswerkzeug“, für die anderen der vermessene Versuch, „Gott zu spielen“: das genomchirurgische Verfahren CRISPR-Cas9. Eine Haltung des „Alles oder nichts“ ist den neuen Möglichkeiten nicht angemessen. Abzuwägen sind Chancen und Risiken.
Was sind die nächsten Mauern, die fallen?“ Danach fragt Jahr für Jahr in Berlin, jeweils am 9. November, die Konferenzserie „Falling Walls“. Sie ergründet, welche Mauern heute fallen müssen oder niedergelegt werden können. Am 9. November 2015 berichtete Emanuelle Charpentier, Direktorin am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie, über die Mauer, die durch die Entwicklung eines genomchirurgischen Verfahrens überwunden werden soll, das den sperrigen Namen CRISPR-Cas9 trägt. Sie berichtete über das atemberaubende Tempo, in dem aus der Selbstverteidigung von Bakterien gegen Viren eine Methode abgeleitet wurde, präzise in ein Genom einzugreifen und es zu verändern. Revolutionär, so war die These, ist diese Methode nicht nur mit Blick auf das menschliche Genom. Von großer praktischer Bedeutung ist das Verfahren auch mit Blick auf Pflanzen und Tiere.





