Briefe :
Leserbriefe vom 24. Juli 2024

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Das Abitur-Zeugnis - was sagt es noch aus?
Das Abitur-Zeugnis - was sagt es noch aus?dpa

Tücken der Abiturprüfung +++ Comic-Serie „Glückskind“ +++ Aussagekraft des Abiturs +++ Brand in Rouen +++ Geburtstagsessay Uwe Johnson

Wie verträgt sich das mit dem Amtseid?

Zu dem Artikel „Da weiß ja der Goldhamster mehr“ (F.A.Z. vom 18. Juli): Leider passiert es in Deutschland jedes Jahr und immer zahlreicher, dass Abiturnoten nach Gutdünken vergeben werden und die reale Leistung nicht mehr in Betracht gezogen wird. Viele Lehrer und auch die Schulbehörde fühlen sich dabei sogar wohl, wenn so viel Menschlichkeit herrscht. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Wenn Noten verschenkt werden, sind die Schüler und Schülerinnen, die für ihre wirklichen Leistungen benotet werden, im Nachteil. Schon die Durchführung der Abiturprüfungen ist in den Bundesländern unterschiedlich und führt zu Benachteiligungen. Während zum Beispiel in Hessen jedes Abiturjahr nur zwei Fächer, immer andere, auch von einer Lehrkraft, die von einer anderen Schule kommt, mit benotet werden, wird in Baden-Württemberg jede schriftliche Abiturarbeit noch durch zwei schulfremde Lehrer korrigiert. Damit wird sichergestellt, dass die Anforderungen an den unterschiedlichen Schulen einigermaßen vergleichbar sind. Auch in der mündlichen Prüfung sitzt dort immer auch ein externer Prüfer mit in der Kommission. In Hessen habe ich erlebt, dass die Schulleitung vor der Prüfung darauf hinweist, welche Note der Schüler benötigt, um das Abitur zu bestehen, und dabei auch oftmals den Prüfungsvorsitz übernommen hat, damit nichts schiefgeht. Wie verträgt sich eigentlich diese Ungerechtigkeit bei der Notengebung mit dem Amtseid, den beamtete Lehrer zu leisten haben? Das Beamtentum soll ja gerade die Unabhängigkeit gewährleisten, und die Bürger, hier die Schüler, sollen darauf vertrauen können, dass es gerecht zugeht.
Die Inflation der guten Noten – mittlerweile machen 25 bis 30 Prozent der Schüler in Hessen ein Abitur mit einer Eins davor und der Rest meist mit einer Zwei – führt dazu, dass es auch bei der Vergabe der Studienplätze zu großen Ungerechtigkeiten kommt. Doris Schamell, Dietzenbach

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