Briefe : Leserbriefe vom 16. April 2025

Wendung im Handelskrieg +++ Schröders Klage +++ Unseld in der NSDAP
Verhärtete Zollfronten
Nach der Rolle rückwärts von Donald Trump in dem von ihm ohne Not vom Zaun gebrochenen Zoll- und Handelskrieg hat er die reziproken Zölle für 90 Tage auf Eis gelegt, aber den Strafzoll für chinesische Importwaren weiter auf 145 Prozent erhöht. Gerald Braunberger nennt das in der F.A.Z. vom 11. April zu Recht eine Kapitulation vor den Kapitalmärkten, die den Hasardeur erst einmal vorläufig in die Schranken verwiesen haben. Denn die Krisengefahren sind noch längst nicht gebannt. Ausländische Kapitalanleger sind jetzt aufgrund des Vertrauensverlustes der amerikanischen Regierung nicht mehr so wie bisher bereit, ihre Gelder in amerikanischen Staatsanleihen auch im Hinblick auf die überbordenden Haushalts- und Leistungsbilanzdefizite der USA als sicheren Hafen zu investieren. Das zeigte sich auch an der kurzfristigen Zinserhöhung für zehnjährige Staatsanleihen von 3,9 auf 4,4 Prozent, die sich belastend auf die horrenden Staatsschulden auswirken und die „Bonität Amerikas als Großschuldner“ beeinträchtigen können. Die Abwendung vom Dollar nimmt wegen des erratischen US-Präsidenten und auch angesichts großer Goldkäufe ausländischer Notenbanken weiter ihren Lauf. Wir wissen derzeit noch nicht, ob die „Deals“ während der Zollpause zu einer Beruhigung der immer noch angespannten Situation führen werden. Angesichts der Existenzängste der verunsicherten Amerikaner ist auch der wachsende Widerstand im eigenen Land nicht zu unterschätzen. Und der große Rivale China hat mit seiner Gegenwehr zu erkennen gegeben, dass er nicht die Absicht hat, klein beizugeben. Das von ihm versprochene „Goldene Zeitalter für die USA“ wird Donald Trump jedenfalls so nicht verwirklichen können. Die Fronten bleiben verhärtet. Hans-Henning Koch, Berlin-Wannsee





