Bizarre Johnson-Rede :
Der Clown von Westminster

Klaus-Dieter Frankenberger
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Premierminister Boris Johnson bei der Jahrestagung der Confederation of British Industry CBI
Premierminister Boris Johnson bei der Jahrestagung der Confederation of British Industry CBIdpa

Der Auftritt des Premierministers vor einem Wirtschaftsverband war bizarr und peinlich. Kein Wunder, dass die Zweifel an seiner Eignung nicht verstummen.

Also, vom Berg Sinai war Boris Johnson offenkundig nicht gekommen, als er eine Rede vor dem Industrieverband  hielt, in der er sich mit Moses verglich und begeistert über einen Themenpark schwadronierte, der der Trickfilmfigur „Peppa Wutz“ gewidmet ist. Bizarr ist das Mindeste, was sich über den Auftritt des Premierministers sagen lässt. Das Publikum war entgeistert; auch in den eigenen Reihen sowie bei den Konservativen wohlgesinnten Zeitungen fiel das Urteil nicht schmeichelhaft aus. Boris der Clown – das Etikett, das Johnson schon lange anhaftet, passte niemals besser. Hat die Sache womöglich einen pathologischen  Hintergrund?

Die Zweifel an seiner Eignung, die Regierung des Vereinigten Königreichs seriös und kompetent zu führen, sind nie verstummt. Der Linken hat Johnson immer neuen Anlass gegeben, in der Skepsis herumzustochern; womit nicht  die wahrheitswidrigen Behauptungen gemeint sind, die er während der Brexit-Kampagne zum Besten gab. Auch unter konservativen Abgeordneten ernten Gebaren und Stil viel Kopfschütteln.

Ja, es läuft im Moment nicht rund. Die Filz- und Korruptionsaffären lasten auf der Partei und ihrem Anführer. Es ist dreist, wie einige Konservative sich als Vertreter des „Volkes“ und der „einfachen Bürger“ gerieren, selbst aber weder Anstand kennen noch ethische Grundsätze beachten. Gier ist es, was diese Leute antreibt, die, einmal im Besitz der Macht, meinen, sich alles erlauben zu können.