Wahl in Berlin : Bettina Jarasch: Wieder nicht Siegerin

Bettina Jarasch wollte als erste Grüne die Berliner Regierung anführen. Das hat zum zweiten Mal nicht geklappt. Das hat auch mit dem Wahlkampf der Verkehrssenatorin zu tun.
Am Sonntagabend wurde Bettina Jarasch im Gebäude der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin kurz vor 21 Uhr beklatscht, als habe sie die Wiederholungswahl gewonnen. Die grüne Spitzenkandidatin fühlte sich auch so. Sie sei bereit, sollten die Grünen auf Platz zwei landen, ein „progressives Bündnis“ mit SPD und Linken in Berlin anzuführen. Bevor sie ihre Anhänger zum Feiern aufforderte, bat sie darum, weiter einen Blick auf die Hochrechnungen zu werfen. Da standen Grüne und SPD gleichauf bei gut 18 Prozent. Jarasch träumte noch davon, erste Regierende Bürgermeisterin der Grünen in Berlin zu werden. Am Ende landete ihre Partei 105 Stimmen hinter der SPD. Am Morgen erfuhr sie: Der Traum ist aus.
Gefühlt haben die Berliner Grünen die Wahl gewonnen. Tatsächlich ist es anders. Das Rekordergebnis von 18,9 Prozent der vorigen Wahl konnten sie nicht wiederholen, auch wenn sie nur 0,5 Prozentpunkte verloren haben. In ihrem eigenen Wahlkreis in Spandau, wo Jarasch diesmal wegen des Ausfalls eines Grünenkandidaten antreten musste, landete sie auf Platz vier noch hinter der AfD. Das sagt viel aus über die Berliner Grünen. Sie sind stark in der Innenstadt, in Kreuzberg oder Pankow, in den Außenbezirken haben sie nichts zu bestellen.
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