Interview zum G-20-Gipfel : Wladimirs Welt

Wladimir Putin hat nach langer Zeit mal wieder einen Londoner Chefredakteur zu einem Gespräch in den Kreml eingeladen. Dabei hat der russische Präsident mit dem politischen System des „Westens“ abgerechnet.
Seit der Annexion der Krim 2014, spätestens aber seit dem Nervengift-Anschlag in Salisbury vor 15 Monaten sind die Beziehungen zwischen Moskau und London auf dem Gefrierpunkt. Wladimir Putins letztes großes Interview mit einer britischen Zeitung liegt noch sehr viel länger zurück. Maximale Aufmerksamkeit war dem russischen Präsidenten daher sicher, als er sich entschloss, kurz vor dem G-20-Gipfel in Osaka einen Londoner Chefredakteur zu einem langen mitternächtlichen Gespräch in den Kreml einzuladen. Für seine Abrechnung mit dem politischen System des „Westens“ suchte sich Putin die „Financial Times“ (FT) aus, die Gralshüterin des angelsächsisch geprägten Liberalismus. Dieser Liberalismus, zitierte die Zeitung am Freitag den russischen Präsidenten, sei „abgenutzt“.





