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Verschwundener Journalist : Türkei durchsucht Haus des saudischen Konsuls

  • Aktualisiert am

Bittet um Geduld: der türkische Innenminister Süleyman Soylu Bild: AP

Der türkische Innenminister sagt, er habe Gewissheit über das Schicksal Khashoggis. Die Öffentlichkeit solle aber die Ergebnisse der Ermittlungen abwarten. Das Gebäude des saudischen Konsuls sei nicht durchsucht worden.

          Mit einem Tag Verspätung suchen die türkischen Behörden nun auch in der Residenz des Konsuls in Istanbul nach Spuren des vermissten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi. Ein Ermittlungsteam habe das Gebäude am Mittwoch betreten, meldete die staatliche Nachrichtagentur Anadolu.

          Um die Durchsuchung hatte es zunächst Verwirrung gegeben. Außenminister Mevlüt Cavusoglu dementierte am Mittwoch Berichte, wonach die Residenz des Konsuls am Vortag durchsucht worden sei. Die Inspektion habe verschoben werden müssen, weil die Familie des Konsuls anwesend war. Der Konsul selbst war am Dienstag nach Saudi-Arabien gereist. Die Türkei habe ihn nicht zurückgeschickt, sagte Cavusoglu.

          Mehrere türkische Minister hatten am Mittwoch um Geduld bei der Aufklärung gebeten. „Jeder soll auf das Ergebnis der Ermittlung warten“, sagte Innenminister Süleyman Soylu Anadolu. Staatsanwalt oder Polizei würden die Ergebnisse dann der ganzen Welt präsentieren. Er selbst habe „Gewissheit“ über das Schicksal Khashoggis, sagte er, müsse aber die Ergebnisse der Ermittlung abwarten.

          Cavusoglu sagte nach einem Treffen mit seinem amerikanischen Gegenüber Mike Pompeo, er werde Medienberichte zum Verschwinden Khashoggis nicht kommentieren. Die Ermittlungen gingen weiter. Das Gespräch mit Pompeo sei positiv verlaufen. Man habe nicht nur über den Fall Khashoggi gesprochen, sondern auch über die Entwicklungen in der Region.

          Die türkischen Behörden gehen nach Berichten davon aus, dass Khashoggi im Konsulat von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando getötet wurde. Der saudische König Salman und Kronprinz Muhammad Bin Salman – dessen erklärter Kritiker Khashoggi war – dementierten in Gesprächen mit dem amerikanischen Präsident Donald Trump allerdings jegliches Wissen über einen Mord an dem Regierungskritiker.

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