Syrien :
Beunruhigend

Klaus-Dieter Frankenberger
Ein Kommentar von
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Wie die Beobachter der arabischen Liga zu ihrem Befund über die „beruhigende“ Lage in Syrien kommen, ist nicht nachvollziehbar. Die Liga muss aufpassen, dass sie vom Regime nicht als Feigenblatt missbraucht wird.

Das russische Außenministerium ist zufrieden mit der Arbeit der arabischen Beobachter in Syrien, schließlich habe deren Leiter die Lage etwa in der Protesthochburg als beruhigend dargestellt. Wie Moskau zu seinem Urteil kommen kann, ist genauso schleierhaft wie die Feststellung nach dem Kurzbefund des ehemaligen sudanesischen Geheimdienstchefs.

Aber vielleicht schwebt dem so etwas wie Friedhofsruhe vor. 5000 Menschen sind seit Beginn der Unruhen in Syrien getötet worden; allein seit Ankunft der Beobachter sollen die syrischen Sicherheitskräfte 130 Leute getötet haben. Das Regime lässt sich von der Mission der Arabischen Liga nicht die Spur beeindrucken. Die Liga muss acht geben, dass sie nicht als Feigenblatt missbraucht wird und der gerade erworbene Ruf von Ernsthaftigkeit und Respektabilität wieder verloren geht.

Dass sich die Demonstranten und Assad-Gegner von der Anwesenheit der Beobachter ermutigt fühlen, darf man ihnen nicht vorwerfen. Es ist die Brutalität des Regimes, die zu verurteilen ist. Diese Brutalität sucht sich unvermindert ihre Opfer.

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