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Syrien : Schwierige Mission

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Rechtzeitig zum Eintreffen der ersten Beobachter sollen die syrischen Truppen aus Homs abgezogen worden sein. Doch die Opposition ist skeptisch, wie lange die Waffenruhe währt - denn Assad hätte genug Erfahrung, um sein Spiel mit den Beobachtern zu treiben.

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          Es ist erst ein Vorauskommando von fünfzig Mann, das jetzt in Damaskus eingetroffen ist, um sich im Namen der Arabischen Liga ein Bild von der Lage in Syrien zu machen. Mehr als hundert Beobachter sollen demnächst folgen, um jenen Plan der Liga zu verwirklichen, der ein Ende der Gewalt gegen Zivilisten, den Rückzug der syrischen Armee aus den Städten und die Freilassung aller politischen Gefangenen vorsieht. Die Mission der Liga steht unter der Führung eines Generals aus Sudan. Rechtzeitig zum Eintreffen der ersten Beobachter sollen die Truppen aus dem teilweise heftig umkämpften Homs - der drittgrößten Stadt des Landes - abgezogen worden sein, nachdem zuvor eben noch einmal 34 Personen getötet worden waren.

          Das Regime kann diese Truppen allerdings jederzeit wieder nach Homs hineinschicken - etwa wenn die meisten der Beobachter sich in andere Städte oder Landesteile begeben haben sollten. Die syrische Opposition ist denn auch skeptisch, was den Verlauf der Mission und deren Erfolgsaussichten betrifft. Baschar al Assad und seine Entourage hätten, so heißt es, genug Erfahrung, um ihr Spiel mit den Beobachtern zu treiben; und die Liga, obwohl in den vergangenen Monaten als gesamtarabisches Instrument durchaus stärker geworden, habe letztlich doch nicht die Macht, um ihre Ziele durchzusetzen.

          Diese schwierige Mission steht indessen ganz am Anfang. Man muss nun erst einmal abwarten, wie sich das Unternehmen auch logistisch entwickelt, ob die Beobachter Mittel und Wege finden, sich der Aufsicht durch das Regime, in dessen Windschatten sie sich bewegen, wirksam zu entziehen. Für die Humanität wäre es schon ein Erfolg, wenn es gelänge, das Töten und Morden zu vermindern. Doch politische Initiativen müssen die Kontrollen begleiten.

          Nicht nur die Arabische Liga, auch die Weltgemeinschaft muss ergänzend den Druck auf Syrien aufrechterhalten, wenn die Mission nicht scheitern soll. Eine Schwierigkeit besteht freilich darin, dass die Gegner Assads ihm schon lange nicht mehr vertrauen und seinen vielen Ankündigungen, er werde umfassend reformieren, wenn erst Ruhe eingekehrt sei, keinen Glauben schenken. Den Radikaleren innerhalb der Opposition ist Assad ohnehin so verhasst, dass sie auch auf diese Beobachtermission der Liga gar nichts geben.

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