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Hunderte Migranten an Bord : Ocean Viking und Sea-Watch 3 suchen Hafen

Migranten auf einem Schlauchboot während einer Rettungsaktion der Organisation Sea Watch am 9. Januar 2020 im Mittelmeer Bild: AP

Die privaten Rettungsschiffe Ocean Viking und Sea-Watch 3 suchen mit jeweils Hunderten Migranten an Bord einen Hafen. Italiens früherer Innenminister Salvini fordert dagegen, stärker gegen Bootsmigranten vorzugehen.

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          Die privaten Rettungsschiffe Ocean Viking und Sea-Watch 3 haben Malta und Italien aufgerufen, ihnen umgehend einen sicheren Hafen zuzuweisen. Nach mehreren Rettungsaktionen vom Sonntag und zu Wochenbeginn im zentralen Mittelmeer vor der Küste Libyens und Tunesiens befinden sich an Bord der Ocean Viking 555 Bootsmigranten, die Sea-Watch 3 hat 250 Migranten aus hochseeuntauglichen Schlauch- und Holzbooten aufgenommen.

          Matthias Rüb
          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          „Die Situation an Bord ist untragbar“, sagte eine Sprecherin der Organisation SOS Méditerranée, die das Schiff Ocean Viking betreibt. Die Menschen litten unter dem hohen Wellengang und der drückenden Hitze. Viele seien seekrank und dehydriert, einige hätten Verbrennungen erlitten.

          Salvini droht mit Austritt aus Koalition

          Da Malta Hilfsschiffen mit Migranten an Bord gewöhnlich die Einfahrt in seine Hoheitsgewässer und Häfen verweigert, ist Rom gefordert, den Schiffen jeweils einen Hafen auf Sizilien zuzuweisen. Nach Angaben des Innenministeriums in Rom haben in diesem Jahr rund 29.500 Bootsmigranten Italien erreicht, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum und gut sieben Mal so viele wie von Januar bis Juli 2019.

          Der frühere Innenminister Matteo Salvini von der rechtsnationalen Lega drohte Ministerpräsident Mario Draghi mit dem Austritt seiner Partei aus der Koalition, sollten das Kabinett und vor allem Innenministerin Luciana Lamorgese bis Ende August nichts gegen die wachsende Zahl von Bootsmigranten unternehmen. „Wenn Lamorgese nicht in der Lage ist, das Problem zu lösen, sollte sie daraus die Konsequenzen ziehen“, forderte Salvini. Die Lega könne eine Regierung „nicht länger unterstützen, die diese Zahl von Migrantenankünften akzeptiert“, so Salvini.

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