Ölpest im Schwarzen Meer : „Der Preis der Lüge sind überfüllte Krankenhäuser und Hospize“

Im Dezember havarierten im Schwarzen Meer zwei Öltanker. Russland versucht, die Folgen der Katastrophe allein zu bewältigen. Dabei sind noch Tausende Tonnen eines besonders gefährlichen Schweröls in den Wracks.
Eigentlich sollte jetzt die Hauptsaison in Anapa beginnen, einem Badeort an der südwestrussischen Schwarzmeerküste. Zwar hat die Havarie zweier Öltanker Mitte Dezember im Sturm in der Meerenge von Kertsch zwischen Russland und der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim Tausende Seevögel und Dutzende Delphine das Leben gekostet, zwar werden immer wieder schwarze Schwerölklumpen an die Strände gespült. Doch erst vor Kurzem, am 22. April, hat es die russische Verbraucherschutzbehörde verboten, in diesem Jahr an 141 Stränden in Anapa und neun weiteren in dessen nördlichem Nachbarbezirk zu baden. Sie begründete das mit Verstößen gegen „sanitäre und hygienische Standards“, ohne den Grund zu erwähnen: die bisher schlimmste russische Ölkatastrophe in diesem Jahrhundert.
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