https://www.faz.net/-gpf-9zx59
Bildbeschreibung einblenden

Tod von George Floyd : Im Kriegsgebiet

„Ich kann nicht atmen“: George Flyod rang um Luft, ehe er wenig später starb. Bild: AP

Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd eskaliert in Minneapolis die Lage. Der Bürgermeister ist um Deeskalation bemüht, der Gouverneur mobilisiert die Nationalgarde. Die Stadt gleicht einem Schlachtfeld.

  • -Aktualisiert am
          7 Min.

          Plötzlich sind Schreie zu hören: „Hilfe! Wir brauchen Sanitäter.“ Hunderte Menschen haben sich am Donnerstagnachmittag wieder im Süden von Minneapolis versammelt, um zu protestieren. Es ist nicht leicht auszumachen, woher die panischen Rufe kommen. Am Straßenrand gegenüber zwei Gebäuden, die nach dem Brand in der Nacht zuvor immer noch qualmen, fassen sich ein paar Demonstranten an den Händen und schließen einen Kreis. In ihrer Mitte liegt ein schwarzer Mann. Ein anderer beugt sich über ihn und presst seine Hand auf dessen Bauch. Nur ein paar Meter entfernt wird ein junger weißer Mann festgehalten. Er, der weiße Mann, soll den Afroamerikaner mit einem Messer attackiert haben. Doch was tun? Die Polizei rufen?

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Zentrum der Demonstration ist das dritte Polizeirevier an der Lake Street. Ein kleines Gebäude, mit Brettern verriegelt. Es ist unklar, ob sich Polizisten in dem Gebäude befinden. Am Nachmittag lassen sie sich jedenfalls zunächst nicht blicken. Nach den schweren Ausschreitungen in der Nacht zu Donnerstag setzen sie zunächst auf Deeskalation. Die Wut über den Tod des Afroamerikaners George Floyd war in Gewalt umgeschlagen. Ein Video eines Passanten, auf Facebook gestellt, zeigte, wie ein weißer Polizist sein Knie gegen den Hals des 46 Jahre alten Mannes drückte – minutenlang. Floyd, längst in Handschellen, flehte um Hilfe. Er könne nicht atmen, sagte er. Kurze Zeit später war er tot. Das war am Montagabend. Die Polizei war gerufen worden, weil Floyd mit Falschgeld gezahlt haben soll. Einer der vier an dem Vorfall beteiligten Polizisten, die mit sofortiger Wirkung entlassen worden waren, arbeitete im dritten Revier.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            im F.A.Z. Digitalpaket

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+