https://www.faz.net/-gpf-a4diu

Präsidentenwahl in Bolivien : Kommt der Sozialismus zurück?

Unterstützer des ehemaligen Präsidenten Evo Morales blockieren im August die Straße zwischen La Paz und El Alto. Bild: AFP

Vor der Wahl in Bolivien kommt es zu Gewalt zwischen Anhängern und Gegnern von Evo Morales’ „Bewegung zum Sozialismus“. Im vergangenen Jahr musste der Langzeit-Präsident zurücktreten – seine Partei ist geblieben.

          3 Min.

          Knapp ein Jahr ist seit dem erzwungenen Rücktritt des bolivianischen Langzeit-Präsidenten Evo Morales vergangen. Doch trotzdem ist die Ausgangslage vor der Präsidentenwahl im Andenstaat auf den ersten Blick fast dieselbe wie vor der Wahl vor einem Jahr, die anschließend wegen Manipulationsvorwürfen annulliert wurde. Der Kandidat von Morales’ „Bewegung zum Sozialismus“ (MAS), der frühere Wirtschaftsminister Luis Arce, liegt in den Umfragen mit mehr als vierzig Prozent in Führung. Sein engster Verfolger, der gemäßigt konservative frühere Präsident Carlos Mesa, folgt mit rund zehn Prozentpunkten Differenz.

          Tjerk Brühwiller

          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Dahinter liegen mehrere konservative Kandidaten, die keine Chancen haben, Mesa jedoch wichtige Stimmen streitig machen. Namhafte Stimmenanteile dürfte neben Arce und Mesa nur der rechtskonservative Luis Fernando Camacho auf sich ziehen. Camacho führte im vergangenen Jahr die Protestbewegung gegen Morales an. In den Umfragen liegt er momentan mit 15 Prozent an dritter Stelle. Bestätigt sich also das Bild der Umfragen bei der Wahl, müsste der MAS-Kandidat als Sieger im ersten Wahlgang ausgerufen werden. Vierzig Prozent der Stimmen und zehn Prozentpunkte Differenz zum Zweitplazierten reichen dafür laut dem bolivianischen Gesetz. Doch die Umfragen sind schwammig, nicht zuletzt, weil sich ein Großteil der Bolivianer noch für keinen der Kandidaten entschieden hat.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wohnträume wie dieser haben zwar nichts mit der Realität des Durchschnittsbürgers zu tun, werden aber in Magazinen gern inszeniert.

          Wie Corona das Wohnen ändert : Zeiten der Abschottung

          Ob man sich vor Corona schützen kann, ist auch eine Platzfrage. Während sich die einen in ihren Domizilen verschanzen, fällt den anderen die Decke auf den Kopf. Wir müssen Wohnen neu denken.