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Nato-Debatte : Europa muss sich mehr zutrauen

Hat mit seiner Bemerkung viele irritiert: Der französische Präsident Macron Bild: AFP

Die Wortwahl von Emmanuel Macron zur Nato mag irritieren. Unzutreffend ist seine Kritik aber nicht: Die Europäer müssen sich endlich entscheiden.

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          In der vergangenen Woche haben Äußerungen des französischen Präsidenten Macron ziemlich viel Wirbel gemacht. Die Nato sei „hirntot“, war seine deftigste Formulierung. Es gebe – Stichwort Syrien – keine strategische Koordination zwischen den Vereinigten Staaten und ihren europäischen Verbündeten. Macrons Kritik und seine Sorgen galten vor allem der „Verwundbarkeit Europas“ und der Gefahr, dass es in dem politisch-ökonomischen Großkonflikt zwischen Amerika und China unter die Räder kommen könne, mehr noch: dass Europa politisch von der Bildfläche verschwinde, wenn es nicht endlich ein Selbstverständnis als globale Macht entwickle. Diese Kritik war ungeschminkt, aus ihr sprach Verärgerung (über Trump?, Berlin?). Das Bild, das gezeichnet wurde, war alles andere als schmeichelhaft. Aber war es deshalb falsch, sieht man vielleicht von Wortwahl und Zeitpunkt der Äußerungen ab?

          Es ist nicht zu bestreiten, dass die Vereinigten Staaten vom Virus des Protektionismus befallen sind und sie sich unter Präsident Trump auf dem Rückzug befinden. Es ist nicht zu bestreiten, dass China seinen Aufstieg zur Supermacht wirtschaftlich, politisch, militärisch und technologisch forciert. Und es ist auch wahr, dass Europa weder beherzt auf die Unruhe und das Chaos an seinen Rändern reagiert noch im Umgang mit dem neuen Autoritarismus die richtige Mischung aus Robustheit und Geschmeidigkeit gefunden hat.

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