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Flottenparade : Beide Koreas und Japan im Zwist über umstrittene Flagge

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Umstrittene Flagge: Die „Flagge der aufgehenden Sonne“ weht in Sagami Bay in Japan über auf einem Zerstörer angetretenen Marinesoldaten. Bild: dpa

Japan möchte die „Flagge der aufgehenden Sonne“ bei einer Flottenparade im südkoreanischen Jeju hissen. Davon fühlen sich sowohl Nord- als auch Südkorea provoziert.

          Nachdem die südkoreanische Regierung Japan dazu aufgefordert hat, das Hissen der „Flagge der aufgehenden Sonne“ zu unterlassen, wird Japan wahrscheinlich nicht an einer Flottenparade teilnehmen. Auf der südlichen Insel Jeju beginnt am 10. Oktober eine internationale Flottenparade, an der Kriegsschiffe aus 15 Staaten teilnehmen.

          Viele Menschen in beiden Koreas sehen die rot-weiße Flagge als Symbol für militärische Aggression Japans und die Kolonialisierung der koreanischen Halbinsel von 1910 bis 1945. Einige Koreaner vergleichen die Flagge mit Nazi-Symbolen wie dem Hakenkreuz. 

          Auf Nordkoreas staatlicher Website Uriminjokkiri heißt es, die „Flagge der aufgehenden Sonne“ sei eine „Kriegsverbrechens-Flagge.“ Japanische Imperialisten hätten sie im 20. Jahrhundert benutzt, als sie durch „barbarischen Invasionen in unsere Nation und andere asiatische Nationen“ einmarschiert seien. Mit der Flagge an der Parade teilzunehmen wäre eine “unerträgliche Beleidigung“. 

          Auch in Südkorea ist der Protest gegen die Flagge groß. Mehr als 250 Petitionen gingen im Büro des Präsidenten in Seoul ein. Auch in den Medien und sozialen Netzwerken schlug das Thema hohe Wellen. Die Regierung hat Japan aufgefordert auf das Hissen zu verzichten. Der südkoreanische Außenminister Kang Kyung-wha sagte, dass “die japanische Seite die emotionale Bedeutung der „Flagge der aufgehenden Sonne“ berücksichtigen“ soll.

          Die südkoreanische Marine sagte am Freitag, dass japanische Schiffe die Fahne bei Flottenparaden in den Jahren 1998 und 2008 gehisst hätten. Allerdings hat die südkoreanische Marine dieses Jahr alle Teilnehmer der diesjährigen Parade dazu aufgerufen, ihre nationalen Flaggen und die des Gastgeberlandes zu hissen. 

          Die Kaiserliche Marine benutzte die Flagge vor und während des zweiten Weltkriegs. Seit 1954 setzen die Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte die Flagge ein. Der Stabschef der Selbstverteidigungsstreitkräfte, Katsutoshi Kawano, sagte, das Hissen der Flagge sei gesetzlich vorgeschrieben. Die Mitglieder seien stolz auf die Flagge und würden nirgendwo hingehen ohne die Flagge zu hissen. 

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