Missverstandener Gorbatschow :
Idealisiert im Westen, verdammt im Osten

Reinhard Veser
Ein Kommentar von
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Michail Gorbatschow im Oktober 1989 in Ostberlin
Michail Gorbatschow im Oktober 1989 in OstberlinBarbara Klemm

Die gegensätzlichen Bewertungen des letzten Staatschefs der Sowjetunion spiegeln die Missverständnisse und Fehleinschätzungen im Verhältnis zwischen Russland und dem Westen.

Das Beileidstelegramm des russischen Präsidenten Wladimir Putin an die Familie Michail Gorbatschows ist ein Beispiel dafür, wie man ein vernichtendes Urteil über einen Menschen fällen kann, ohne ein böses Wort über ihn zu verlieren. Gorbatschow habe großen Einfluss auf die Weltgeschichte gehabt, heißt es darin; er habe das Land in einer Zeit dramatischer Veränderungen und großer Herausforderungen geführt: „Er bemühte sich, seine Lösungen für die Probleme vorzuschlagen, die sich zusammengebraut hatten.“ Diese diplomatisch bemäntelte Beschreibung Gorbatschows als kraftloser Versager gehört noch zu den freundlicheren Äußerungen des offiziellen Russlands am Tag nach seinem Tod.

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