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Ausnahmezustand auf Straßen : Eine Tote und mehr als 200 Verletzte bei Protesten in Frankreich

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Ein Demonstrant mit einer Rauchfackel am Samstag in Valenciennes Bild: AFP

Mehr als 280.000 Menschen haben in Frankreich Autobahnen und Verkehrsachsen besetzt, um gegen zu hohe Spritpreise zu protestieren. Vielerorts kam es zu Zwischenfällen.

          In Frankreich sind Massenproteste und Straßenblockaden gegen hohe Spritpreise an mehreren Orten eskaliert. Eine Frau kam ums Leben. Mindestens 229 Menschen wurden verletzt, sieben von ihnen schwer, wie das französische Innenministerium am Samstagabend mitteilte. Insgesamt hätten im Land rund 283.000 Menschen an den Protesten teilgenommen.

          Zum Teil kam es zu gewaltsamen Ausschreitungen, die Polizei setzte Tränengas ein. 117 Menschen wurden festgenommen, 73 kamen in Polizeigewahrsam. Mehrere Zwischenfälle ereigneten sich, als Autofahrer versuchten, ihre Wagen durch Straßenblockaden zu steuern.

          Die Bewegung „Gilets Jaunes“ („Gelbe Westen“, gemeint sind Auto-Warnwesten) hatte für Samstag in ganz Frankreich zu Blockaden von Verkehrsachsen, Kreisverkehren und Mautstellen aufgerufen. Die wenigsten der Aktionen waren offiziell angemeldet. Der Protest richtet sich gegen von der Macron-Regierung geplante Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel.

          Bei dem tödlichen Unfall nördlich von Grenoble geriet eine Autofahrerin in Panik, als Demonstranten auf ihr Dach trommelten, wie der zuständige Präfekt sagte. Die Frau gab Gas und überfuhr eine Teilnehmerin der Protestaktion, die kurz darauf starb. Die Fahrerin wurde Berichten zufolge in Polizeigewahrsam genommen. Auch in Arras im Norden des Landes wurde ein Demonstrant Berichten zufolge umgefahren. Er kam schwer verletzt ins Krankenhaus.

          Tränengas zur Tunnelräumung

          Die Polizei setzte laut Angaben aus dem Lagebericht Tränengas ein, um eine Blockade vor dem Tunnel du Mont-Blanc aufzulösen. 3000 zusätzliche Sicherheitskräfte waren in ganz Frankreich im Einsatz, wie der französische Sender BFMTV unter Berufung auf Polizeikreise berichtete.

          Frankreichs Innenminister Christophe Castaner hatte die Demonstranten bereits am Dienstag gewarnt. „Überall, wo es eine Blockade geben wird und damit ein Risiko für Sicherheitseinsätze und auch den freien Verkehr, werden wir einschreiten“, sagte er im Sender BFMTV. Die „Gilets Jaunes“ sind dezentral organisiert, es gibt keinen offiziell Verantwortlichen. Die Bewegung sieht sich als unpolitisch an. Ihr Name geht auf die gelben Warnwesten zurück, die auch französische Autofahrer immer dabeihaben müssen. In der Bevölkerung bekam der Protest vorab große Zustimmung: Nach einer Umfrage für den Sender France 24 unterstützen knapp drei Viertel der Franzosen die „Gilets Jaunes“.

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