Brexit-Folgen :
Die Zeche zahlen die Bürger

Klaus-Dieter Frankenberger
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Brexitfolgen: Gesperrte Zapfsäulen an britischen Tankstellen
Brexitfolgen: Gesperrte Zapfsäulen an britischen TankstellenAP

Das Benzin geht aus, die Supermarktregale sind leer. So hatten die Brexit-Wähler sich das Leben jenseits der EU nicht vorgestellt.

Während der Brexit-Kampagne taten sich prominente Befürworter des Austritts des Vereinigten Königreichs aus der EU – der prominenteste ist heute Premierminister – dadurch hervor, dass sie diesem Schritt eine märchenhafte Wirkung andichteten. Mögliche negative Konsequenzen wurden kleingeredet. Egal, die Mehrheit der Wähler stimmte damals für „die Wiedererlangung der Kontrolle“ über die eigene Grenze.

Jetzt erleben sie, und nicht nur wie bislang vor allem die Nordiren, dass der Austritt einen Preis hat: Tankstellen geht das Benzin aus, Regale in den Supermärkten sind leer.

Warum ist das so? Zum guten Teil deshalb, weil ausländische Fahrer fehlen, die nach dem Brexit das Land verlassen haben beziehungsweise verlassen mussten. Nun will die Regierung sogar Soldaten als Fahrer einsetzen. Das hat etwas von Notstandsmaßnahme und ist ein weiterer Beleg dafür, dass es eben einen großen Unterschied bedeutet, ob man dem Binnenmarkt angehört oder nicht.

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Das war ja auch der Grund, warum die damalige Premierministerin May bei den Austrittsverhandlungen sich offen für eine fortgesetzte Zugehörigkeit zum großen Markt zeigte. Sie scheiterte bekanntlich am Widerstand der Brexiteers, deren Opfer sie wurde. Die Zeche aber zahlen die Bürger: die, die auf die Brexit-Propaganda hereinfielen, ebenso wie jene, die gegen den Austritt stimmten. So sind sie vereint im Warten auf ein paar Liter Benzin und im Inspizieren leerer Regale.