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Tankstellen-Krise : Johnson: „Unkontrollierte Einwanderung“ nicht die Lösung

  • Aktualisiert am

Andrang an einer Tankstelle in London am Montag Bild: EPA

Vielen Tankstellen fehlt es weiterhin an Benzin, weil es an Lastwagenfahrern mangelt. Unter anderem Tausende Kurz-Visa sollen Abhilfe schaffen. Für Boris Johnson ist der Brexit aber nicht die Ursache des Problems.

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          Der britische Premier Boris Johnson hat angesichts des akuten Lastwagenfahrermangels und der Kraftstoffkrise im Land das Ende der Freizügigkeit für Arbeitnehmer mit dem Brexit verteidigt. „Ich denke nicht, dass die Menschen in diesem Land alle Probleme wieder mit unkontrollierter Einwanderung lösen wollen“, sagte Johnson am Dienstag in einer Videobotschaft. „Das haben wir 20 Jahre, vielleicht sogar länger, probiert.“ Dies sei aber nicht der Weg, wie Großbritannien sich entwickeln und wachsen solle. Die Freizügigkeit für Arbeitnehmer ist mit dem Brexit vorbei. Für Arbeitskräfte aus der EU sind nun in der Regel teure Visa-Verfahren notwendig.

          Im Vereinigten Königreich sitzen derzeit viele Tankstellen auf dem Trockenen. Hintergrund ist ein Mangel an Lastwagenfahrern, der auch schon zu Lücken in Supermarktregalen führte. Seit in der vergangenen Woche einige Tankstellen wegen des Fahrermangels schließen mussten, kommt es zu Panikkäufen. Vor Tankstellen bilden sich lange Schlangen.

          Johnson sieht Anzeichen der Entspannung

          Um Abhilfe zu schaffen, hatte die britische Regierung am Wochenende einige Tausend Kurzzeitvisa zugesagt, mit denen ausländische Fahrer die Zeit bis Weihnachten überbrücken sollen, damit die Briten zu Weihnachten nicht vor leeren Regalen und Tankstellen stehen. Aus der EU kam jedoch bereits Kritik. Für wenige Monate würden sich kaum Fahrer finden lassen, hieß es.

          Johnson versicherte jedoch am Dienstag, es gebe erste Anzeichen der Entspannung an den Tankstellen. Der Fahrermangel sei ein globales Problem, das darauf zurückzuführen sei, dass überall die Wirtschaft wieder anspringe und die Nachfrage hoch sei. In anderen Ländern waren so extreme Auswirkungen wie im Vereinigten Königreich allerdings bislang nicht zu beobachten.

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