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Kommentar : Quo vadis, Amerika?

Die Freundschaftsbekundungen von Mike Pence sind wertvoll für Europa. Aber wichtiger ist die Politik der Trump-Regierung.

          Während der Präsident mit unsäglichen „Medien-sind-der-Feind-des-Volkes“-Parolen das Stammpublikum unterhält, ist der Vizepräsident in Europa auf einer Wir-sind-Freunde-Tour. Erst bekräftigt Pence in München – im Auftrag Trumps, wie es hieß – die „unerschütterliche“ Unterstützung für die Nato, dann bekundet er in Brüssel – wieder im Namen Trumps – den Willen zu fortgesetzter Zusammenarbeit mit der EU. Das wäre reine Routine, hätte Trump sich nicht früher abschätzig über beide Schlüsselorganisationen ausgelassen.

          Dass viele Europäer nicht begeistert waren von einem Satz wie dem, der Austritt Großbritanniens aus der EU sei eine „großartige Sache“, ist klar; er verrät vor allem eine saloppe Ahnungslosigkeit. Auch jetzt sind nicht alle Zweifel beseitigt. Tatsächlich kommt es nicht auf Freundschaftsbekundungen zur Beruhigung an, obschon in unruhigen Zeiten auch das etwas wert ist. Wichtiger ist die Politik der neuen Regierung. Wenn die konstruktiv und nicht auf Zersetzung aus ist, wären wir ein ganzes Stück weiter. Doch Amerikas künftige Außenpolitik ist noch immer in den Wolken.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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