Armutswanderung : Hysterisch oder hochmütig?
Wenn Rumänen und Bulgarien bald in der EU ungehindert Freizügigkeit genießen, hat das Folgen. Ob die Furcht Camerons vor einer Welle der Armutswanderung übertrieben ist oder nicht: Auf solche Bedenken mit Brüsseler Hochmut zu reagieren, dient den Euroskeptikern.
David Cameron ist ein Getriebener. Den britischen Premierminister beschleicht die Angst, dass von kommenden Januar an, wenn Bulgaren und Rumänen ungehindert Freizügigkeit in der Europäischen Union genießen, eine Welle der sogenannten Armutswanderung über Großbritannien schwappen werde – und dass die Eurogegner von der „United Kingdom Independence Party“ politisch davon profitieren könnten. Also hat er sich jetzt mehrfach dahingehend geäußert, dass die von ihm geführte Koalitionsregierung Ausländern den Zugang zum britischen Sozialsystem erschweren werde und dass sie überdies auch das früher hochgehaltene Prinzip der Arbeitnehmerfeizügigkeit nicht mehr uneingeschränkt gelten lassen wolle.
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