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Treffen in Schloss Bellevue : Bundespräsident lädt Hinterbliebene des Berliner Terroranschlags ein

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Bundespräsident Joachim Gauck (Mitte) nimmt am 19. Januar an einer Gedenkstunde für die Opfer des Terroranschlags in Berlin im Bundestag teil Bild: EPA

Welcher Umgang der Regierung mit den Hinterbliebenen des Berliner Terroranschlags ist angemessen? Unter den Parteien gehen die Meinungen auseinander, der frühere Pastor Gauck hat nun seinen Rahmen gewählt.

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          Einen Monat nach der Attacke auf einen Berliner Weihnachtsmarkt hat Bundespräsident Joachim Gauck die Angehörigen der zwölf Toten ins Schloss Bellevue eingeladen. Das Staatsoberhaupt werde persönlich sein Mitgefühl zum Ausdruck bringen, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Gauck wolle in einem intimen Rahmen Trost spenden und versuchen, Halt zu geben, sofern das einem Bundespräsidenten in einer familiären Ausnahmesituation überhaupt möglich sei. Bei dem ersten großen islamistischen Terroranschlag in Deutschland waren am 19. Dezember sechs Männer und sechs Frauen getötet worden. Acht von den elf Personen, die noch im Krankenhaus behandelt werden, gelten als schwerstverletzt.

          Auch nach einer Gedenkstunde im Bundestag am Donnerstag schwelt unterdessen die Diskussion über den angemessenen Umgang mit den Betroffenen weiter. Abgeordnete aller Fraktionen lobten die Rede von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) als würdig und angemessen. Petra Sitte, parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion „Die Linke“ sagte dieser Zeitung allerdings, wünschenswert wäre darüber hinaus eine öffentliche Veranstaltung gewesen, die sich stärker an den Bedürfnissen der Angehörigen orientiert hätte. Die Berliner Senatskanzlei kündigte an, persönliche Briefe an die Betroffenen seien in Vorbereitung. Darüberhinaus werde es „ein Format für das kollektive Gedenken“ geben, die Hinterbliebenen würden in die Planung einbezogen, sagte die Sprecherin: „Da gibt es keinen Zeitdruck.“

          Nach Auskunft des Berliner Opferbeauftragten Roland Weber fehlt es den Angehörigen derzeit vor allem an schneller praktischer Unterstützung durch den Staat. Viele Familien warteten noch immer auf finanzielle Ersthilfe und seien im Dschungel der Zuständigkeiten und Formulare überfordert. Der Leiter der Berliner Notfallseelsorge, Justus Münster, hält deshalb die Einrichtung einer „anlassbezogenen Koordinierungsstelle“ für nötig, die bei großen Schadensereignissen in Zukunft als Ansprechpartner für Betroffene rechtliche, psychosoziale sowie andere Hilfsangebote bündele.

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