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Zeuge verfolgt Amokfahrer : „Berlin hat einen Helden“

  • Aktualisiert am

Journalisten und Schaulustige stehen vor dem beschädigten Tat-Lkw. Bild: dpa

Während der Schock über den Anschlag von Berlin groß ist, wird ein Mann in der Hauptstadt als Held gefeiert: Er soll den flüchtigen Lkw-Fahrer verfolgt und die Polizei zu ihm geführt haben.

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          Ab 20:07 Uhr herrschte am Montagabend auch in der Notrufzentrale der Berliner Polizei Ausnahmezustand. Nachdem der erste Anruf vom Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz eingegangen war, hörten die Telefone nicht mehr auf zu klingeln. Unter den Zeugen waren viele Menschen, die die Amokfahrt miterlebt hatten.

          Ein Anrufer war für die Polizei offenbar besonders wertvoll: Er heftete sich laut einem Bericht der „Welt“ an die Fersen des Lkw-Fahrers, der versuchte, in der dunklen Berliner Nacht zu verschwinden. Eine Bestätigung für den Bericht war bei der Polizei zunächst nicht zu bekommen.

          Fest steht, dass der Mann vorher mit einem Lkw über den Bürgersteig in den Weihnachtsmarkt hinein gerast war (Alle Entwicklungen im Liveblog). Zwischen den weihnachtlich geschmückten Hütten gab es einen etwas breiteren Gang, der eigentlich als Rettungsgasse für Feuerwehr und Notarztdienste dienen sollte. „Viel Platz war aber nicht an den Seiten neben dem Lkw. Kaum Platz für die Menschen auszuweichen", sagte Polizeisprecher Thomas Neuendorf der „Welt“.

          Der Lkw begrub zahlreiche Menschen unter sich, mindestens zwölf überlebten nicht. Während der Beifahrer tot im Auto zurückblieb, soll der Fahrer aus der Kabine gesprungen und in Richtung Tiergarten gerannt sein. „Womöglich wollte er in der Dunkelheit Schutz suchen", sagte Polizeisprecher Winfried Wenzel.

          Die Polizei hatte aber einen großen Vorteil: Sie hatte den Zeugen am Telefon, der hinter dem Täter her rannte. Er versuchte offenbar nicht, den Helden zu spielen, sondern hielt Sicherheitsabstand und gab den Beamten fortlaufend die Position des Flüchtenden durch. Nach etwa zwei Kilometern Verfolgungsjagd konnte ein Streifenwagen den Mann an der Siegessäule stoppen.

          Wenzel dankte dem Zeugen danach öffentlich: „Mit seiner Hilfe war es uns möglich, den Verdächtigen zu fassen. Diese Zivilcourage kann uns heute etwas Mut machen." Die Polizei wisse zwar, wer der mutige Zeuge sei, gehe aber davon aus, dass er anonym bleiben wolle. Im Internet wird der Unbekannte aber schon gefeiert, auf Twitter schreibt eine Nutzerin: „Bundesverdienstkreuz sollte dieser mutige Zeuge erhalten!“ Ein lokaler Radiosender titelte auf seiner Homepage: „Berlin hat einen Helden.“

          Anmerkung der Redaktion

          Die Berliner Polizei hat mittlerweile erklärt, dass sie unsicher ist, ob der Verhaftete wirklich der Angreifer war. Der Festgenommene streitet die Tat ab. „Es ist in der Tat unsicher, dass es der Fahrer war“, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt am Dienstag auf einer Pressekonferenz.“ Zwar sei der Täter verfolgt worden, nachdem er aus dem Fahrzeug gestiegen sei. Aber das sei leider nicht lückenlos geschehen. Schließlich habe man den Mann an der Siegessäule festgenommen, „weil er zur Beschreibung des Täters passen könnte“.

           

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