Gespräch mit Mayako Kubo :
Daran verbrennst du dir die Finger

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Geht in Sachen Geschichtsaufklärung unkonventionelle Wege: die japanische Komponistin Mayako Kubo.
Geht in Sachen Geschichtsaufklärung unkonventionelle Wege: die japanische Komponistin Mayako Kubo.Matthias Lüdecke

Die Komponistin Mayako Kubo hat sich in ihrer Konzert-Performance „John Rabe – Endstation Siemensstadt“ mit dem Massaker von Nanking auseinandergesetzt. Ein Gespräch über verdrängte Vergangenheitsbewältigung und wie man sie in Töne kleidet.

Bis zu ihrem 22. Lebensjahr lebte Mayako Kubo in Japan. In den Siebzigerjahren ging sie nach Europa und studierte Komposition in Wien, unter anderem bei Roman Haubenstock-Ramati, später in Hannover und Stuttgart bei Helmut Lachenmann. Seit 1985 lebt Kubo in Berlin. Im Oktober wurde „John Rabe – Endstation Siemensstadt“, ihre „Konzertperformance für Historiker:innen, Sprecher, Flöte, Perkussion, Streichquartett und Elektronik“ in der Zitadelle Spandau uraufgeführt. Über die Person des deutschen Kaufmanns John Rabe, der während des von Soldaten der japanischen, kaiserlichen Armee begangenen Massakers von Nanking im Jahr 1937 versuchte, Chinesen vor den Gräueltaten der Besatzer zu retten, nähert sich Kubo einem Geschichtskapitel, dass in Japan bis heute verharmlost, wenn nicht totgeschwiegen wird. Auch deshalb arbeitet Mayako Kubo an einer japanischen Fassung, die sie in ihrer einstigen Heimat aufführen lassen möchte. In ihrer Wohnung im Süden Berlins empfängt sie uns zum Tee.
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