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Börsenprospekt eingereicht : Facebook macht eine Milliarde Gewinn

Wieviel ist Facebook wert? Bild: REUTERS

Das soziale Netzwerk weist einen Milliardengewinn aus, aber das Umsatzwachstum lässt nach. Gründer und Vorstandschef Mark Zuckerberg wird durch den angestrebten Börsengang zum Multimilliardär, und sagt trotzdem: Geld verdienen ist bei Facebook nicht die Hauptsache.

          Das soziale Netzwerk Facebook hat seinen mit Spannung erwarteten Börsenprospekt bei der Aufsichtsbehörde SEC eingereicht – und damit den Startschuss für den Countdown zur Premiere des Unternehmens an der Wall Street gegeben. Das Dokument liefert bislang unter Verschluss gehaltene Einblicke in das kalifornische Unternehmen, das eine der populärsten Internetseiten auf der Welt betreibt.

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          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Facebook ist klar profitabel und baut seine Umsätze rasant aus, auch wenn sich die Wachstumsraten zuletzt etwas abgeschwächt haben. Weiter geht aus dem Dokument hervor, wie klar der 27 Jahre alte Gründer und Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg das Unternehmen kontrolliert – und wie reich er zumindest auf dem Papier mit dem Börsengang werden wird: Zuckerberg hält einen Anteil von mehr als 28 Prozent an Facebook. Bei der angepeilten Börsenbewertung für Facebook von 75 Milliarden bis 100 Milliarden Dollar würde dies bedeuten, dass Zuckerberg ein Vermögen von bis zu 28 Milliarden Dollar hätte. Nach der jüngsten „Forbes“-Liste wäre Zuckerberg damit der viertreichste Amerikaner, hinter Bill Gates, Warren Buffett und Larry Ellison.

          Emissionserlös: 5 Milliarden Dollar

          Facebook selbst machte in dem am späten Mittwochabend vorgelegten Börsenprospekt keine Angaben zur angestrebten Bewertung. Offen blieb auch, wie viele Aktien beim Börsengang angeboten werden und ob das Unternehmen an der New York Stock Exchange oder an der Technologiebörse Nasdaq gelistet sein wird. Facebook bezifferte den geplanten Emissionserlös in dem Prospekt provisorisch auf 5 Milliarden Dollar. Der Betrag könnte sich aber ändern. Das genaue Datum für den Börsengang ist noch nicht festgelegt.

          Soziales Netzwerk : Facebook wagt Sprung an die Börse

          Bei anderen Börsenneulingen aus der Internetbranche wie dem Spieleanbieter Zynga und der Schnäppchenplattform Groupon hat es fast ein halbes Jahr von der Anmeldung bei der SEC bis zum Börsendebüt gedauert, Facebook könnte es aber auch schneller schaffen. Führende Konsortialbank wird Morgan Stanley sein, daneben sind noch andere Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan Chase eingebunden.

          Umsatzsteigerung von 88 Prozent

          Aus dem Börsenprospekt geht hervor, dass das im Jahr 2004 gegründete Unternehmen seit 2009 profitabel ist. Für 2011 hat Facebook einen Nettogewinn von genau einer Milliarde Dollar ausgewiesen, nach 606 Millionen Dollar und 229 Millionen Dolllar in den beiden Jahren zuvor. Seinen Umsatz konnte Facebook im vergangenen Jahr um 88 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar ausbauen. Das ist ein Zehntel des Umsatzes, den der Internetkonzern Google gerade für 2011 ausgewiesen hat. Im Schlussquartal 2011 hat Facebook seinen Umsatz um 55 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar gesteigert, der Nettogewinn erhöhte sich um 20 Prozent auf 302 Millionen Dollar.

          Beobachter zeigten sich positiv überrascht von der Höhe des Gewinns, allerdings hatten manche in der Branche mit höheren Umsätzen gerechnet. So hatte das Marktforschungsinstitut Emarketer für 2011 einen Umsatz von 4,3 Milliarden Dollar erwartet. Das Umsatzwachstum hat sich außerdem in den drei Schlussmonaten 2011 gegenüber vorangegangenen Quartalen abgeschwächt. Facebook selbst führte Umstellungen im Werbegeschäft auf seiner Seite in Schlussquartalen der beiden vergangenen Jahre als Begründung an.

          Der Aufstieg von Facebook
          Der Aufstieg von Facebook : Bild: F.A.Z.

          Facebook macht den größten Teil seines Umsatzes mit Werbung auf seiner Seite, wobei sich das Gewicht zuletzt etwas mehr in Richtung anderer Einnahmequellen verschoben hat. Dazu gehören vor allem Provisionen, die Facebook bei Transaktionen von Partnerunternehmen auf der Seite bekommt. Wichtigstes Beispiel ist Zynga. Die Zynga-Titel wie „Farmville“ oder „Mafia Wars“ werden vor allem über Facebook gespielt, und Umsätze kommen vom Verkauf virtueller Güter, und Facebook erhält davon jedes Mal einen Anteil. Im Schlussquartal 2011 stand Werbung für 83 Prozent des Umsatzes von Facebook und andere Quellen für 17 Prozent. Im ersten Quartal 2010 lag der Werbeanteil noch bei 99 Prozent.

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