Anleihekaufprogramm : Bundesbank: Draghis Lockangebot hilft wenig

Die Europäische Zentralbank steht vor einer historischen Entscheidung und könnte nächste Woche ein riesiges Programm zum Kauf von Staatsanleihen beschließen. Um die Deutschen zu besänftigen, macht EZB-Präsident Mario Draghi Zugeständnisse. Aber die Deutsche Bundesbank bleibt skeptisch.
Die Europäische Zentralbank macht sich bereit, am kommenden Donnerstag ein Programm zum breit angelegten Kauf von Staatsanleihen der Euroländer zu beschließen. Weil aber in Deutschland die Sorge groß ist, für Ausfälle anderer Länder haften zu müssen, ist EZB-Präsident Mario Draghi offenbar zu Zugeständnissen an die Deutschen bereit. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wird daran gedacht, dass die nationalen Notenbanken jeweils nur die Staatsanleihen ihres eigenen Landes kaufen: die Bundesbank also nur Bundesanleihen, die Banca d’Italia nur italienische Staatsanleihen. Zudem sollen Verluste, die möglicherweise irgendwann aus diesen Käufen entstehen, nicht wie bislang üblich auf die Notenbanken aller Länder verteilt werden. Vielmehr soll jede Notenbank für die Risiken ihres Landes allein haften – zumindest für die Hälfte. Das würde bedeuten, dass die Bundesbank und damit die deutschen Steuerzahler für den möglichen Ausfall italienischer oder französischer Staatsanleihen nicht oder nur teilweise haften müsste.





