http://www.faz.net/-gpf-91wnh

Paul Manafort : Trumps Ex-Wahlkampfchef wohl vor und nach Präsidentenwahl abgehört

  • Aktualisiert am

Wie viel Kontakt hatte Paul Manafort im amerikanischen Wahlkampf zu Russland? Bild: AP

Schon länger befindet sich Paul Manafort wegen möglicher Kontake zu Russland im amerikanischen Wahlkampf im Visier des FBI. Offenbar wurde der frühere Wahlkampfmanager von Trump rund um die Wahl ausgiebig überwacht.

          Der frühere Wahlkampfmanager von Amerikas Präsident Donald Trump, Paul Manafort, ist laut einem CNN-Bericht während des Wahlkampfs bis nach dem Urnengang im vergangenen Jahr heimlich von den Behörden abgehört worden. Manaforts Gespräche seien auf Grundlage einer geheimen Gerichtsanordnung bis mindestens Anfang dieses Jahres mitgeschnitten worden, berichtete der amerikanische Nachrichtensender am Montag. Unklar sei, ob auch Gespräche mit Trump abgehört worden seien.

          Manafort hatte Trumps Wahlkampf von Juni bis August 2016 geleitet. Unter Berufung auf drei Quellen berichtete CNN, die abgehörten Gespräche hätten bei den Ermittlern den Verdacht genährt, dass Manafort Russland ermutigt habe, zugunsten von Trump in den Wahlkampf einzugreifen. Zwei der Quellen gaben demnach allerdings an, dass die Beweise nicht ausreichend gewesen seien.

          Erstmals 2014 überwacht

          Dem Bericht zufolge hatten die Behörden Manafort erstmals 2014 überwacht. Dies sei im Rahmen von Ermittlungen der Bundespolizei FBI geschehen, bei der es um die Arbeit von in Washington ansässigen Beraterfirmen für die damalige Regierungspartei in der Ukraine gegangen sei. Aus Mangel an Beweisen sei die Überwachung 2016 eingestellt worden.

          Auf Grundlage einer neuen Anordnung sei die Überwachung aber wieder aufgenommen und bis mindestens Anfang 2017 fortgesetzt worden, berichtete CNN. Die zweite richterliche Anordnung wurde demnach im Zusammenhang mit FBI-Ermittlungen wegen Russland-Kontakten von Trumps Team ausgestellt.

          Die Affäre um die mutmaßlichen russischen Einmischungen zugunsten Trumps in den Wahlkampf und eine mögliche Verwicklung des Trump-Teams in diese Interventionen setzt dem Präsidenten seit seinem Amtsantritt im Januar schwer zu. Sie wird von mehreren Kongressausschüssen sowie einem vom Justizministerium eingesetzten Sonderermittler untersucht.

          Vor Manaforts Rücktritt als Trumps Wahlkampfleiter waren mutmaßliche dubiose Geldflüsse an ihn aus dem Umfeld des früheren ukrainischen Präsidenten und Kreml-Verbündeten Viktor Janukowitsch an Manafort bekannt geworden. Der Politik- und Wirtschaftslobbyist Manafort hatte einst in der Ukraine als Berater prorussischer Kräfte angeheuert. Nach ukrainischen Angaben soll er von der Janukowitsch-Partei womöglich Millionensummen über dunkle Kanäle kassiert haben.

          Trump hatte seinem demokratischen Amtsvorgänger Barack Obama vorgeworfen, er habe während des amerikanischen Wahlkampfs heimlich Gespräche in seinem Trump Tower in New York abhören lassen. Belege für seine Vorwürfe blieb der Republikaner schuldig. Das amerikanische Justizministerium erklärte Anfang des Monats, es gebe keine Beweise für derartige Lauschangriffe.

          Quelle: AFP

          Weitere Themen

          Trolle gegen Clinton

          Einmischung in Wahlkampf : Trolle gegen Clinton

          Die amerikanischen Geheimdienste sind schon lange überzeugt, dass der Kreml in die Präsidentenwahl 2016 eingegriffen hat. Nun gibt es auch Beweise aus Russland selbst. Sie führen zu alten Bekannten.

          Stabschef Kelly verteidigt Trumps Verhalten Video-Seite öffnen

          Umgang mit Hinterbliebenen : Stabschef Kelly verteidigt Trumps Verhalten

          John Kelly, Donald Trumps Stabschef, ist dem amerikanischen Präsidenten im Streit um den Umgang mit der Witwe eines getöteten Soldaten zur Seite gesprungen. Er habe gedacht, wenigstens die Kondolenzanrufe des Präsidenten seien noch heilig. Trump wurde zuvor wegen seiner an die Öffentlichkeit geratenen Aussagen heftig kritisiert.

          Die Rede im Wortlaut Video-Seite öffnen

          Bush kritisiert Trump : Die Rede im Wortlaut

          Der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten George W. Bush hat die Politik seines Nachfolgers Donald Trump in einer Rede scharf kritisiert – ohne ihn beim Namen zu nennen. Bush wandte sich gegen Isolationismus, Nationalismus und Lügen.

          Topmeldungen

          SPD : Der wahre Sieger der Bundestagswahl

          So ein bisschen freuen sich die Sozialdemokraten über das katastrophale Ergebnis der Bundestagswahl. Endlich sind sie die Union los. In der Opposition soll alles besser werden.

          Unterhauswahl in Japan : Regierung vor klarem Wahlsieg

          Nach ersten Hochrechnungen gewinnt Japans Ministerpräsident Shinzo Abe um die 300 Sitze. Ob es für eine Zweidrittelmehrheit reicht, mit der Abe die Verfassung ändern könnte, blieb zunächst unklar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.