Leben im „Islamischen Staat“ : Lachen über die Terrormiliz

In unserer Serie „Leben im ’Islamischen Staat’“ berichten irakische Journalisten über den Alltag in der eroberten Millionenstadt Mossul. Für die Einwohner ist die Satire-Sendung eines saudischen Komikers ein Mittel gegen die Propaganda der Dschihadisten.
Am Rande einer Hauptstraße im Stadtteil Neu-Mossul hat die Propagandaabteilung des „Islamischen Staates“ (IS) eine große Leinwand und Lautsprecher aufgestellt. Davor stehen ein paar Stühle. Saad Mohammad, ein Bewohner des Viertels, sagt, junge Leute würden oft hierherkommen, um sich Filme von Hinrichtungen und Schlachten des IS gegen die Regierungstruppen oder Reden von IS-Führern anzuschauen. Nach jeder Vorführung können Zuschauer ihrer Begeisterung Ausdruck verleihen, indem sie nach Mitschnitten ihrer Lieblingsszenen fragen, die sie sich dann auf ihre Mobiltelefone laden können. „Nach jedem Film sprechen die Leute über die Macht des IS und wie legendär seine Kämpfer sind“, sagt Mohammad. „Genau das will der IS, dass sich diese Gefühle im Bewusstsein der Leute einnisten.“




