Kommentar : Nemzows Tod, Putins Beitrag

Das Beileid aus dem Kreml nach dem Mord an Boris Nemzow schmeckt gallenbitter. Die politische Führung Russlands hat über Jahre hinweg ein Klima geschaffen, in dem Andersdenkende zum Abschuss freigegeben wurden.
Ein unermüdlicher Kritiker des Kremls ist buchstäblich vor den Mauern desselben erschossen worden. Als die Nachricht vom brutalen Mord an Boris Nemzow sich am späten Freitagabend verbreitete, löschten Mitarbeiter des russischen Fernsehsenders NTW flink eine Werbung für den dritten Teil ihrer Serie zur Diffamierung der russischen Oppositionsführer. Einer der Protagonisten dieser Sendung hätte Nemzow sein sollen. Die Sendereihe „Anatomie des Protestes“ hatte ein einziges Ziel: Die Führer der liberalen Opposition in den Augen der russischen Zuschauer als Volksfeinde und kriminelle Verräter darzustellen, sie zu dämonisieren und ihre Reputation nachhaltig zu vernichten. Dies hat sich im Falle von Nemzow erübrigt. Er ist tot.






