Einspruch Exklusiv : Ukrainekrieg und Seerecht: Was passierte vor und nach der Krim-Annexion?

Im Ukrainekrieg spielt das Seevölkerrecht eine zentrale Rolle – bekommt aber selbst unter Juristen nur wenig Aufmerksamkeit. Auf F.A.Z. Einspruch widmen wir uns in zwei Beiträgen den seerechtlichen Aspekten des Krieges. Zunächst werfen wir einen Blick auf die Vorgeschichte: Wir beschäftigen uns mit den seevölkerrechtlichen Entwicklungen vor und nach der Annexion der Krim.
Bis 1991 handelte es sich beim Asowschen Meer, das sich über eine Fläche von 39.000 Quadratkilometern erstreckt, um eine Bucht im Sinne des Seevölkerrechts, die die Sowjetunion mittels einer in der Straße von Kertsch gezogenen Abschlusslinie definiert hatte. Das Asowsche Meer zählte daher zu den der territorialen Souveränität unterfallenden inneren Gewässern der Sowjetunion. Nach Auflösung der Union verständigten sich Russland und die Ukraine mit Vertrag vom 24. Dezember 2003 darauf, die Grenzlinie ihrer Meeresgewässer durch Abschluss eines separaten Vertrags zu regeln. Hierzu ist es jedoch nie gekommen.
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